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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Cap. 11 . Hülflosigkeit etc. 233

aber äußerst unwahrscheinlich, daß seine Tochter ihm in einem sofrühen Alter nachgeahmt hätte; denn wie mein Berichterstatter be-merkt, kann sie unmöglich häufig diese Geberde bei ihm gesehenhaben. Wenn übrigens die Gewohnheit durch Nachahmung erlangtworden wäre, so ist es nicht wahrscheinlich, daß sie sobald schonwieder freiwillig von diesem Kinde und, wie wir sofort sehen werden,noch von einem zweiten Kinde aufgegeben worden wäre, trotzdemder Vater noch immer mit seiner Familie lebte. Es mag noch hinzu-gefügt werden, daß dieses kleine Mädchen ihrem Pariser Großvaterim Gesichte in einem beinahe lächerlichen Grade ähnlich ist. Siebietet noch eine andere und sehr merkwürdige Ähnlichkeit mit diesemdar, nämlich, daß sie eine eigenthümliche kleine Angewohnheit hat.Wenn sie ungeduldig irgend etwas zu haben wünscht, so streckt sieihre kleine Hand aus und reibt geschwind den Daumen gegen denZeige- und Mittelfinger, und diesen selben kleinen Zug bot unterdenselben Umständen ihr Großvater sehr häufig dar.

Die zweite Tochter desselben Herrn zuckte auch ihre Schulternvor dem Alter von achtzehn Monaten und gab später die Gewohnheitwieder auf. Es ist natürlich möglich, daß sie ihrer ältern Schwesternachgealimt haben kann, aber sie fuhr noch mit dieser Bewegungfort, nachdem ihre Schwester die Gewohnheit bereits verloren hatte.Anfangs war sie ihrem Pariser Großvater in einem mindern Gradeähnlich als ihre Schwester in demselben Alter es war. Jetzt ist sie esaber in einem noch großem Grade. Auch sie übt noch bis heute dieeigenthümliche Gewohnheit aus, wenn sie ungeduldig etwas ver-langt, ihren Daumen und ihre zwei Vorderfinger aufeinander zu reiben.

In diesem letztem Falle liegt ein gutes Beispiel vor für die ineinem frühem Capitel gegebene Thatsache von der Vererbung einesZuges oder einer Geberde. Denn ich vermut.he doch, daß Niemandeine so eigenthümliche Gewohnheit wie diese, welche dem Großvaterund zweien seiner Enkelkinder gemeinsam war, die ihn nie gesehenhatten, einem bloß zufälligen Zusammentreffen zuschreiben wird.

Betrachtet man alle diese Verhältnisse in Bezug auf den Um-stand, daß diese Kinder mit ihren Schultern zuckten, so läßt sichkaum bezweifeln, daß sie diese Gewohnheit von ihren französischenVorfahren geerbt hatten, trotzdem sie nur ein Viertel französischenBlutes in ihren Adern hatten und trotzdem ihr Großvater nicht häufigmit seinen Schultern zuckte. Darin, daß diese Kinder durch Ver-erbung eine Gewohnheit in früher Kindheit erlangt und dann wiederaufgegeben haben, liegt nichts sehr Ungewöhnliches, wenn auch die