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Ausdruck des Abselieus.
Cap. 11.
runzeln begleitet uncl häufig auch durch Geberden, als wollte manden widerwärtigen Gegenstand fortstoßen oder sich gegen denselbenverwahren. In den beiden Photographien (Figur 2 und 3 aufTafel V) hat Mr. Rejlaxdeb diesen Ausdruck mit ziemlichem Erfolgedargestellt. Was das Gesicht betrifft, so wird mäßiger Abscheu aufverschiedenem Wege dargestellt: dadurch daß der Mund weit geöffnetwird, als wollte man einen widrigen Bissen herausfallen lassen, durchSpucken, durch Blasen, aus den vorgestreckten Lippen heraus, oderdurch einen Laut als reinigte man sich die Kehle; derartige Gutturalewerden geschrieben: „ach“ oder „uch“ und ihre Äußerung wird zu-weilen von einem Schauder begleitet, wobei die Arme dicht an dieSeite gepreßt und die Schultern in derselben Weise erhoben werden,als wenn Entsetzen gefühlt würde 7 . Äußerster Abscheu wird durchBewegungen rings um den Mund ausgedrückt, welche mit denenidentisch sind, die für den Act des Erbrechens vorbereitend sind.Der Mund wird weit geöffnet, die Oberlippe stark zurückgezogen,welches die Seiten der Nase in starke Falten bringt, und die Unter-lippe vorgestreckt und so viel als möglich umgewendet. Diese letztereBewegung erfordert die Zusammenziehung der Muskeln, welche dieMundwinkel herunterziehen 8 .
Es ist merkwürdig, wie leicht und augenblicklich entwederbloßes Würgen oder wirkliches Erbrechen bei manchen Personendurch die bloße Idee herbeigeführt wird, an irgend einer ungewöhn-lichen Nahrung theilgenommen zu haben, wie an einem Gericht voneinem Thiere, welches gewöhnlich nicht gegessen wird, trotzdemnichts in einer derartigen Speise vorhanden ist, was den Magen ver-anlassen könnte, sie wieder auszuwerfen. Erfolgt Erbrechen als eineReflexthätigkeit aus irgend einer wirklichen Ursache, — so in Folgezu reichlicher Nahrung oder verdorbenen Fleisches oder in Folgeeines Brechmittels, — so erfolgt es nicht augenblicklich, sonderngewöhnlich nach einem beträchtlichen Zeiträume. Um daher dasWürgen oder Erbrechen, welches so schnell und leicht durch einebloße Idee erregt wird, erklären zu können, entsteht die Vermuthung,daß unsere Urerzeuger früher die Fähigkeit gehabt haben müssen
7 s. hierüber Mr. Hensleigh Wedgwood’s Einleitung zu dem Dictio-nary of English Etymology, 2. edit., 1872, p. XXXVII.
8 Duchenne glaubt, daß bei dem Umstülpen der Unterlippe die Winkelvon den Depressores anguli oris herabgezogen werden. Henle (Handbuch d.System. Anatomie des Menschen, Bd. I, 1858, S. 151) kommt zum Schlüsse, daßdies durch den Musculus quadratus menti bewirkt wird.