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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Ausdruck des Zorns.

Cap. 10.

gen mürrischen Blicke. Wird die ärgernde Veranlassung wiederholt,so zieht er seine dicken Lippen zurück, entblößt eine vorstehendeReihe häßlicher Zähne (unter denen die großen Eckzähne besondersbemerkbar sind) und führt dann einen schnellen heftigen Schlag mitseiner offenen Hand nach der beleidigenden Person aus. DieSchnelligkeit dieses Griffes ist, wie Dr. Bhowne bemerkt, bei einemgewöhnlich so torpiden Wesen merkwürdig, da dieser Mensch unge-fähr fünfzehn Secunden braucht, wenn er durch irgend ein Geräuschaufmerksam gemacht wird, seinen Kopf von einer Seite zur andernzu drehen. Wenn ihm in diesem wütlienden Zustande ein Taschen-tuch, ein Buch oder irgend ein anderer Gegenstand in seine Händegegeben wird, so zieht er ihn nach seinem Munde und beißt ihn.Auch Mr. Nicol hat mir zwei Fälle geisteskranker Personen be-schrieben, deren Lippen während der Wuthanfälle zurückgezogenwurden.

Dr. Maudsley frägt, nachdem er verschiedene fremdartige thier-ähnliche Züge bei Blödsinnigen einzeln geschildert hat, ob dies nichteine Folge des Wiedererscheinens primitiver Instincte seieinschwaches Echo aus einer weit zurückliegenden Vergangenheit, Zeugeneiner Verwandtschaft, welche der Mensch beinahe verwachsen hat.So wie jedes menschliche Gehirn im Laufe seiner Entwicklung die-selben Zustände durchläuft, wie diejenigen, welche bei den niederenWirbelthierclassen auftreten, und da das Gehirn eines Blödsinnigensich in einem gehemmten Entwicklungszustande befindet, so könnenwir, fügt er hinzu, vermuthen, daß esseine ursprünglichen Func-tionen offenbaren wird, aber keine von den höheren Functionen.Dr. Maudsley meint, daß dieselbe Ansicht auch auf das Gehirn inseinem degenerirten Zustande bei manchen geisteskranken Patientenausgedehnt werden dürfe, und fragt:Woher kommt das wilde Flet-schen, die Neigung zur Zerstörung, die obscöne Sprache, das wildeHeulen, die anstößigen Gewohnheiten, welche manche geisteskrankePatienten darbieten? Warum sollte ein menschliches, seiner Vernunftberaubtes Wesen jemals im Character so thierisch werden, wie esbei manchen der Fall ist, wenn es nicht in seinem Innern diesethierische Natur besäße? 12 Allem Anscheine nach muß diese Fragebejahend beantwortet werden.

Zorn und Indignation. Diese beiden Seelenzuständeweichen von der Wuth nur dem Grade nach ab, und es besteht

12 Body and Mind, 1870, p. 5153.