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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Ausdruck des Zorns.

Cap. 10.

Jedem bemerkt worden, welcher über den Ausdruck geschrieben hat 9 .Die Erscheinung ist die, als würden die Zähne entblößt, um zumErgreifen oder zum Zerreißen eines Feindes bereit zu sein, wenn auchgar keine Absicht, in dieser Weise zu handeln, vorhanden sein mag.Mr. Dyson Lacy hat diesen grinsenden Ausdruck bei den Australiernbeobachtet, wenn sie sich zanken, und dasselbe hat Gaika bei denRaffern von Süd-Africa gesehen. Wo Dickens 10 von einem verruchtenMörder spricht, der soeben gefangen worden war und von einer wüt.hen-den Volksmenge umgeben wurde, schildert er das Volle alseinerhinter dem andern aufspringend, die Zähne fletschend und sich wiewilde Thiere benehmend. Jedermann, der viel mit kleinen Kindernzu thun gehabt, muß gesehen haben, wie natürlich es bei ihnen ist,wenn sie in Leidenschaft sind, zu beißen. Es scheint bei ihnen soinstinctiv zu sein, wie bei jungen Krokodilen, welche mit ihren kleinenKinnladen schnappen, sobald sie aus dem Ei ausgekrochen sind.

Ein grinsender Ausdruck und das Aufwerfen der Lippen scheintzuweilen zusammen zu gehen. Ein sorgfältiger Beobachter sagt, daßer viele Beispiele von intensivem Haß (welcher kaum von einer mehroder weniger unterdrückten Wuth unterschieden werden kann) beiOrientalen und einmal bei einer alten englischen Frau gesehen habe,ln allen diesen Fällenwar ein Grinsen, nicht bloß ein mürrischesDareinsehen, vorhanden, die Lippen verlängerten sich, die Wangenrückten gewissermaßen herunter, die Augen wurden halb geschlossen,während die Augenbrauen vollkommen ruhig blieben n .

Dieses Zurückziehen der Lippen und Entblößen der Zähnewährend der Paroxysmen der Wuth, als sollte der Beleidiger gebissenwerden, ist in Anbetracht dessen, wie selten die Zähne vom Menschen

9 Sir Cli. Bell, Anatomy of Expression, p. 177. Gratiolet sagt (De laPhysionomie, p. 369):les dents se decouvrent et imitent symboliquement lactionde dechirer et de mordre.Wenn Gratiolet, anstatt den unbestimmten Aus-druck symboliquement zu gebrauchen, gesagt hätte, daß diese Bewegung einÜberbleibsel einer während der Urzeiten erlangten Gewohnheit wäre, als unserehalbmenschlichen Urerzeuger mit ihren Zähnen einander bekämpften, wie Gorillasund Orangs heutigen Tages, so würde er verständlicher gewesen sein. Dr. Pi-derit (Mimik und Physiognomik, S. 82) spricht auch von dem Zurückziehen derOberlippe während der Wuth. In einem Stiche nach einem von Hogarthswunderbaren Bildern wird die Leidenschaft in der deutlichsten Art und Weisedurch die offen starrenden Augen, die gerunzelte Stirn und die exponirten grin-senden Zähne dargestellt.

10 Oliver Twist, Vol. III, p. 245.

11 The Spectator, July 11, 1868, p. 819.

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