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Ausdruck des Sclimollens.
Cap. 9.
Augenbrauen, hinzu; in Folge hiervon schien mir dann der Ausdruckrichtig und zwar äußerst mürrisch zu sein.
Ein fest geschlossener Mund gibt in Verbindung mit herabge-zogenen und gerunzelten Augenbrauen dem Ausdrucke Entschieden-heit oder kann ihn auch zu dem der Halsstarrigkeit und Verdrieß-lichkeit machen. Woher es kommt, daß der fest geschlossene Munddem Gesichte den Ausdruck der Entschiedenheit gibt, wird soforterörtert werden. Ein Ausdruck mürrischer Hartnäckigkeit ist vonmeinen Correspondenten deutlich bei den Eingebornen von sechsverschiedenen Gegenden Australiens erkannt worden. Dasselbe istauch bei den Malayen, Chinesen, Kaffern, Abyssiniern und der An-gabe des Dr. Botheock zufolge in einem auffallenden Grade bei denwilden Indianern von Nord-America und nach Mr. D. Foebes bei denAymaras von Bolivien erkannt worden. Ich habe ihn auch bei denAraucanern des südlichen Chile beobachtet. Mr. Dyson Lacy bemerkt,daß die Eingebornen von Australien, wenn sie sich in diesemSeelenzustand befinden, zuweilen ihre Arme über die Brust kreuzen,eine Stellung, die man häufig bei uns sehen kann. Eine feste Ent-schiedenheit, zuweilen sich bis zur Hartnäckigkeit steigernd, wirdauch zuweilen dadurch ausgedrückt, daß beide Schultern herauf-gezogen werden; die Bedeutung dieser Geberde wird im folgendenCapitel erklärt werden.
Bei kleinen Kindern zeigt sich das Schmollen durch Hervor-strecken oder Verziehen des Mundes; wie es zuweilen genannt wird:„sie machen ein Schnäuzchen“ [einen Flunsch] 10 . Wenn die Mund-winkel stark herab gedrückt werden, so wird die Unterlippe einwenig umgewandt und vorgestreckt und dies wird gleichfalls „Ver-ziehen des Mundes“ genannt. Aber das hier besprochene Mund-verziehen besteht in einem Vorstrecken beider Lippen in einer rüh-rigen Form, zuweilen in einem solchen Grade, daß sie bis zur Nasen-spitze reichen, wenn die Nase kurz ist. Das Verziehen des Mundeswird gewöhnlich von Stirnrunzeln, zuweilen von Äußerung einesLautes, wie ,buh‘ oder ,wuh‘ begleitet. Diese Ausdrucksform istdeshalb merkwürdig, als sie, so weit mir bekannt ist, beinahe dieeinzige ist, welche viel deutlicher während der Kindheit als währenddes erwachsenen Alters dargeboten wird. Indessen ist eine gewisseNeigung zum Vorstrecken der Lippen unter dem Einflüsse großer
10 [Das provincieile „einen Flunsch machen“ entspricht dem englischen„to pout“ am meisten. C.] Hensleigh Wedgwood, On the Origin of Lan-guage, 1866, p. 78.