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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Ausdruck des Nachdenkens.

Cap. 9.

seiner Muskeln, dann werden, wenn die Gesichtsebene noch immerhorizontal bleibt, die Augen nothwendigerweise ein wenig aufwärtsgedreht, und dann beträgt die Divergenz 3 0 oder 3 0 5'; werdendie Augen noch weiter nach oben gewendet, dann steigt sie bisauf 6 0 oder 7 °. Professor Dondees schreibt diese Divergenz derbeinahe vollständigen Erschlaffung gewisser Augenmuskeln zu, welcheleicht in Folge des Versunkenseins des Geistes eintritt®. Der thätigeZustand der Muskeln der Augen führt zur Convergenz derselben;Professor Dondees bemerkt hierbei noch, als die Divergenz derAugen während einer Zeit vollständigen Versunkenseins erläuternd,daß, wenn ein Auge erblindet, es beinahe immer nach Verlauf einerkurzen Zeit sich nach außen wendet; seine Muskeln werden näm-lich nun nicht mehr dazu benutzt, den Augapfel behufs des binocu-laren Sehens nach innen zu bewegen.

Verlegenes Überlegen wird häufig von gewissen Bewegungenoder Geberden begleitet. In solchen Momenten erheben wir ge-wöhnlich unsere Hände an die Stirn, den Mund oder das Kinn; so-weit ich es beobachtet habe, thun wir es aber nicht, wenn wir voll-ständig im Nachdenken versunken sind und wenn keine Schwierigkeituns entgegentritt. Plautds beschreibt in einem seiner Stücke 6 7 einenverlegenen Menschen und sagt:Seht ihn an, er hat sein Kinn aufden Pfeiler seiner Hand gestützt. Selbst eine so kleinliche undallem Anscheine nach bedeutungslose Geberde, wie das Erheben derHand nach dem Gesichte, ist bei einigen Wilden beobachtet worden.Mr. J. Mansel Weale hat es bei den Kaffem in Süd-Africa gesehen;und der eingeborene Häuptling Gaika fügt hinzu, daß die Leutemanchmal an ihrem Barte zupfen. Mr. Washington Matthews,welcher einige der wildesten Indianerstämme in den westlichen Gegen-den der Vereinigten Staaten beobachtet hat, bemerkt, daß er gesehenhabe, wie dieselben, wenn sie ihre Gedanken concentriren,ihre Hände,gewöhnlich den Daumen und Zeigfinger, mit irgend einem Th eile desGesichts, meistens mit der Oberlippe, in Berührung bringen. Wirkönnen wohl einsehen, warum man die Stirn drückt oder reibt, datiefes Nachdenken das Gehirn ermüdet; warum man aber die Handnach dem Mund oder dem Gesicht erhebt, ist durchaus nicht klar.

6 Gratiolet bemerkt (De la Physionomie, p. 35):Quand lattention estfixee sur quelque image intdrieure, loeil regarde dans le vide et sassocie auto-matiqnement ä la contemplation de lesprit. Diese Ansicht verdient aber kaumeine Erklärung genannt zu werden.

7 Miles Gloriosus, Act. II. Sc. 2.