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Ausdruck der Überlegung.
Cap. 9.
sehr viel Wahres, aber kaum die ganze Wahrheit. Dr. Duchennehat den Augenbrauenrunzler den Muskel der Überlegung genannt 2 ,aber es kann dieser Name nicht ohne einige Einschränkung als völligcorrect betrachtet werden.
Es kann ein Mensch in das tiefste Nachdenken versunken sein;seine Augenbrauen bleiben doch glatt, bis er im Zuge seines Nach-denkens auf irgend ein Hindernis stößt oder bis er durch irgend eineStörung unterbrochen wird, dann zieht ein Stirnrunzeln wie einSchatten über sein Gesicht. Ein halbverhungerter Mensch kann in-tensiv darüber nachdenken, wie er sich Nahrung verschaffen könnte;wahrscheinlich wird er aber kein Stirnrunzeln zeigen, bis er entwederim Gedanken oder bei einer Handlung auf irgend welche Schwierig-keit stößt, oder wenn er die endlich erlangte Nahrung ekelhaft findet.Ich habe bemerkt, daß beinahe ein Jeder augenblicklich die Stirnrunzelt, wenn er in dem, was er ißt, einen fremdartigen oder schlechtenGeschmack wahrnimmt. Ich bat mehrere Personen, ohne ihnen meineAbsicht zu erklären, aufmerksam auf ein leises klopfendes Geräuschhinzuhören, dessen Natur und Quelle sie .sämmtlich vollkommenkannten; nicht eine von ihnen runzelte die Stirn. Als aber Jemandsich zu uns gesellte, der nicht begreifen konnte, was wir alle imtiefsten Stillschweigen thäten, und dann gebeten wurde, aufzuhorchen,runzelte er die Stirn stark, wenn schon nicht aus übler Laune, undsagte, er könne nicht im Mindesten verstehen, was wir Alle wollten.Dr. Pidekit 3 , welcher Bemerkungen ähnlichen Inhalts veröffentlichthat, fügt noch hinzu, daß Stotterer gewöhnlich beim Sprechen dieStirn runzeln und daß ein Mensch selbst beim Ausführen einer sogeringfügigen Handlung wie dem Anziehen eines Stiefels die Stirnrunzelt, wenn er ihn zu eng findet. Manche Personen runzeln die Stirnso gewohnheitsgemäß, daß die einfache Anstrengung des Sprechensbeinahe immer ihre Augenbrauen veranlaßt, sich zusammenzuziehen.
deren Kopf unbedeckt getragen wird, werden die Augenbrauen beständig gesenktund zusammengezogen, um als ein Schirm gegen das zu starke Licht zu dienen;und dies wird zum Theil durch die Augenbrauenrunzler ausgeführt. Diese Be-wegung wird dem Menschen noch specieller von Nutzen gewesen sein, sobaldseine frühen TJrerzeuger den Kopf aufrecht getragen haben. Endlich glaubtProf. D onders (Archives of Medieine, ed. by L. S. Beale, Yol. V, 1870, p. 34),daß die Augenbrauenrunzler in Thätigkeit gesetzt werden, um das Hervortretendes Augapfels bei der Accommodation des Sehens für die größte Nähe zu ver-ursachen.
2 ’ Mecanisme de la Physionomie Humaine, Album, Legende III.
3 Mimik und Physiognomik. S. 46.