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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Cap. 8.

Ausdruck der frommen Ergebung und Andacht.

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Muskeln erzittern zu machen : und der eigenthiimliche Zug oder leichteSchauer, welcher bei vielen Personen den Blicken und die Gliedmaßenhinabfahrt, wenn sie durch Musik mächtig ergriffen werden, scheintin demselben Verhältnisse zu dem eben erwähnten Erzittern des Kör-pers zu stehen, in dem eine leichte Thränenabsonderung in Folgeder Macht der Musik zu dem Weinen aus irgend einer starkem undwirklichen Gemüthsbewegung steht.

Fromme Ergebung. Da Ergebung in einem gewissen Grademit Zuneigung verwandt, obschon sie, hauptsächlich aus Ehrfurchtbestehend. häufig mit Furcht verbunden ist. so mag der Ausdruckdieses Seelenzustands hier kurz erwähnt werden. Bei einigen sowohlfrüher als jetzt noch existirenden Secten sind Religion und Liebe inbefremdender Weise combinirt worden, und es ist selbst behauptetworden, so traurig die Thatsache an sich sein mag, daß der heiligeKuß der Liebe nur wenig von dem verschieden sei, welchen der Mannder Frau oder eine Frau dem Manne gibt 2:> . Ergebung oder Andachtwird hauptsächlich dadurch ausgedrückt, daß das Gesicht nach demBimmel gekehrt ist mit nach oben gerollten Augäpfeln. Sir Ch. Bellbemerkt, daß bei dem Herannahen des Schlafes oder eines Ohnmachts-anfalles oder des Todes die Pupille nach oben und innen gezogen wird;,er glaubt nun, daß,wenn wir uns in Andachtsempfindungen ergehen.und äußere Eindrücke nicht beachtet werden, die Augen dann durcheine weder gelehrte noch erworbene Thätigkeit nach oben gewandtwerden und daß dies Folge einer und derselben Ursache ist, wiein den eben erwähnten Fällen 20 . Daß die Augen während des Schlafesnach oben gerollt werden, ist, wie ich von Prof. Doxdebs höre, richtig.Bei neugebornen Kindern gibt diese Bewegung der Augäpfel, währendsie an der Brust ihrer Mutter saugen, ihnen häufig einen absurdenAusdruck ecstatischen Entzückens, und hier läßt sich deutlich wahr-nehmen, daß gegen die naturgemäße, während des Schlafes angenom-mene Stellung angekämpft wird. Aber Sir Ch. Bells Erklärung derThatsache, welche auf der Annahme beruht, daß gewisse Muskelnmehr unter der Controle des Willens stehen als andere, ist, wje ichvon Prof. Dokdeks höre, incorrect. Da die Augen häufig im Gebetenach oben gewendet werden, ohne daß der Geist so sehr in Gedanken

25 Dr. Maudsley hat eine Erörterung hierüber in seinem Buche: Bodyand Mind, 1870. p. 85.

26 The Anatomy of Expression, p. 103, and Philosoph. Transactions, 1823,

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