Cap. 8.
Laolien.
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diesem letztem Falle werden die Gesichtszüge in einem viel gerin-gem Grade bewegt, auch viel langsamer, und der Mund wird ge-schlossen gehalten. Auch ist die Krümmung der Nasenlippenfurcheunbedeutend verschieden in beiden Fällen. Wir sehen hieraus, daßkeine scharfe Trennungslinie zwischen der Bewegung der Gesichts-züge während des heftigsten Lachens und eines sehr leichten Lächelnsgezogen werden kann 16 .
Man könnte daher sagen, daß ein Lächeln der erste Zustandin der Entwicklung eines Lachens ist. Man kann sich aber aucheine hiervon verschiedene und noch wahrscheinlichere Yermuthungbilden, nämlich daß die Gewohnheit, laute wiederholte Töne auseinem Gefühle des Vergnügens auszustoßen, zuerst zur Zurückziehungder Mundwinkel und der Oberlippe und zur Zusammenziehung derkreisförmigen Muskeln geführt hat. und daß nun durch Associationund lang fortgesetzte Gewohnheit dieselben Muskeln in unbedeutendeThätigkeit versetzt werden, sobald durch irgend eine Ursache in unsein Gefühl erregt wird. welches. wenn es stark wäre, zum Lachengeführt, haben würde. Las Resultat ist dann ein Lächeln.
Mögen wir das Lachen als die vollständige Entwicklung einesLächelns, oder wie es wahrscheinlicher ist, ein leises Lächeln als dieletzte Spur einer durch viele Generationen fest eingewurzelten Ge-wohnheit, zu lachen, sobald wir vergnügt gestimmt sind, betrachten,wir können bei unseren Kindern den allmählichen Übergang deseinen in ; s andere verfolgen. Es ist Lenen, welchen die Pflege kleinerKinder anvertraut ist, wohl bekannt, daß es schwer ist, sich zuvergewissern, wann gewisse Bewegungen um ihren Mund herumwirklich ausdrucksvoll sind, d. h. wann sie wirklich lächeln. Tchhabe daher mit Sorgfalt meine eigenen Kinder beobachtet. Einesderselben lächelte im Alter von fünfundvierzig Tagen, während esgleichzeitig in einem glücklichen Gemüthszustande war; d. h. hier■wurden die Mundwinkel zurückgezogen und die Augen wurden gleich-zeitig entschieden strahlend. Ich beobachtete dasselbe am folgendenTage, aber am dritten Tage war das Kind nicht ganz wohl, und dafand sich keine Spur des Lächelns, und gerade dies letztere machtes wahrscheinlich, daß die früheren Zeichen eines Lächelns wirklichewaren. Acht Tage später und während der nächst darauf folgendenWoche war es merkwürdig, wie seine Augen erglänzten, sobald eslächelte, und seine Nase wurde in derselben Zeit quer gefurcht.
10 ])r. Piilerit ist zu demselben Schlüsse gekommen, a. a. 0. S. 99-