Cap. 8.
Lachen.
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Auch blödsinnige und geistesschwache Personen bieten einenguten Beweis dafür dar, daß Lachen oder Lächeln ursprünglich reinesGlück oder bloße Freude ausdrückt. Dr. Ceichton Bbowne, demich wie bei so vielen anderen Gelegenheiten auch hier für die Re-sultate seiner großen Erfahrung verbunden bin, theilt mir mit, daßbei Idioten das Lachen die vorherrschendste und häufigste aller ge-müthlichen Ausdrucksformen ist. Viele Blödsinnige sind mürrisch,leidenschaftlich, unruhig, in einem schmerzlichen Seelenzustande oderim äußersten Grade stumpf, und diese lachen niemals. Andere lachenhäufig in einer vollständig sinnlosen Art und Weise. So beklagtesich ein blödsinniger Knabe, der nicht fähig war zu sprechen, beiDr. Browne mit Hülfe von Zeichen, daß ein anderer Knabe in derAnstalt ihm eine Ohrfeige gegeben habe, und dies wurde „von Aus-brüchen von Gelächter begleitet, sein Gesicht war dabei mit demhellsten Lächeln überdeckt“. Es gibt noch eine andere große Classevon Blödsinnigen, welche beständig freudig erregt und mild sind undfortwährend lachen oder lächeln 3 . Ihr Ausdruck bietet häufig einstereotypes Lächeln dar; sobald Nahrung vor sie hingestellt wird,oder wenn sie geliebkost werden, oder wenn man ihnen helle Farbenzeigt, oder wenn sie Musik hören, vermehrt sich ihre Freudigkeitund dann grinsen, kichern und lachen sie. Einige von ihnen lachenmehr als gewöhnlich, wenn sie umhergehen oder irgend eine Muskel-anstrengung versuchen. Die freudige Erregtheit der meisten dieserBlödsinnigen kann unmöglich, wie Dr. Browne bemerkt, mit irgendeiner bestimmten Idee associirt sein. Sie empfinden einfach Ver-gnügen und drücken dies durch Lachen oder Lächeln aus. Bei imGanzen hochgradig geistesschwachen Personen scheint persönlicheEitelkeit die häufigste Ursache des Lachens zu sein und nächst dieserdas Vergnügen, was sie bei der zustimmenden Anerkennung diesesBetragens empfinden.
Bei erwachsenen Personen wird das Lachen durch Ursachenerregt, welche von denen beträchtlich verschieden sind, welche wäh-rend der Kindheit hinreichen. , Diese Bemerkung ist aber kaum aufdas Lächeln anwendbar. Das Lachen ist in dieser Beziehung demWeinen analog, welches bei Erwachsenen beinahe ganz auf geistigeTrübsal beschränkt ist, während es bei Kindern durch körperliche•Schmerzen oder irgend welche Leiden ebensowohl erregt wird wiedurch Furcht oder Wuth. Viele merkwürdige Erörterungen sind
s. auch Mr. Marshall, in: Philosoph. Transactions. 1864, p. 526.