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Ausdruck des Kummers.
Cap. 7,
meist ein wenig vorgestreckt. Der Mund in diesem Zustande istrecht gut in den beiden Photographien von Mr. Rejlandek dargestellt(Taf. II, Fig. 6 und 7). Der obere Knabe (Fig. 6) hatte gerade zuweinen aufgehört, nachdem er von einem andern Knaben einen Schlagin’s Gesicht bekommen hatte, und es war gerade der richtige Momentergriffen worden, ihn zu photographiren.
Der Ausdruck für Gedrücktsein, Kummer oder Niedergeschlagen-heit, wie er sich als Folge der Zusammenziehung dieses Muskels dar-stellt, ist von einem Jeden bemerkt worden, der über den Gegenstandgeschrieben hat. Wenn man sagt, daß eine Person „den Mund hän-gen läßt“, so ist dieser Ausdruck mit dem synonym, daß er ge»drückter Stimmung ist. Das Herabziehen der Mundwinkel kann, wiebereits nach der Autorität des Dr. Cbichton Bkowxe und des Mr. Nicolgesagt worden ist, oft bei den melancholischen Irren gesehen werdenund war sehr gut in einigen, mir von dem erstem der genanntenHerren gesandten Photographien von Patienten mit starker Neigungzum Selbstmord ausgesprochen. Bei Menschen, die zu verschiedenenRassen gehören, ist es beobachtet worden, namentlich bei Hindus,bei den dunklen Bergstänunen von Indien, bei Malayen und, wie mirMr. Hagestauek mittheilt, bei den Eingebornen von Australien.
Wenn Kinder schreien, so ziehen sie die Muskeln rund um die-Augen fest zusammen und dies zieht die Oberlippe in die Höhe; dasie dabei ihren Mund weit offen halten müssen, so werden auch dieNiederzieher-Muskeln, welche zu den Mundwinkeln gehen, in starkeThätigkeit gesetzt. Dies verursacht allgemein, aber nicht ausnahms-los eine winklige Biegung in der Unterlippe an beiden Seiten in derNähe der Mundwinkel. Das Resultat davon, daß auf die Ober- undUnterlippe in dieser Weise eingewirkt wird, ist, daß der Mund eineviereckige Gestalt annimmt. Die Zusammenziehung der Niederzieher-Muskeln ist am besten bei kleinen Kindern zu sehen, wenn sie nichtheftig schreien und besonders gerade, ehe sie beginnen oder wenn sieaufhören zu schreien. Ihr kleines Gesicht nimmt dann einen äußerstbemitleidenswerthen Ausdruck an, wie ich beständig bei meinen eige-nen Kindern beobachtete, wenn sie im Alter von ungefähr sechsWochen und zwei oder drei Monaten waren. Zuweilen wird, wennsie gegen einen Weinanfall ankämpfen, der Mund in einer so über-triebenen Weise gekrümmt, daß er hufeisenförmig wird und dannwird der Ausdruck des Elends zu einer lächerlichen Carricatur.
Die Erklärung der Zusammenziehung dieses Muskels unter demEinflüsse des Gedrücktseins oder der Niedergeschlagenheit folgt allem