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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Ausdruck des Kummers.

Cap. 7.

obachtet wurden; ich will nur einige wenige einzeln mittheilen. Einkleines, anderthalb Jahre altes Mädchen wurde von mehreren anderenKindern gequält; ehe es in Thränen ausbrach, wurden die Augen-brauen ganz entschieden schräg gestellt. Bei einem etwas alternMädchen wurde dieselbe schräge Stellung beobachtet, wobei die innerenEnden der Augenbrauen deutlich faltig anschwollen; gleichzeitig wur-den auch die Mundwinkel nach abwärts gezogen. Sobald es in Thränenausbrach, änderten sich sämmtliche Gesichtszüge und die besondereAusdrucksform verschwand. Ferner: nachdem ein kleiner Junge geimpftworden war, was ihn zu heftigem Schreien und Weinen gebracht hatte,gab ihm der Arzt eine zu diesem Zwecke mitgebrachte Apfelsine,was dem Kinde ungemeines Vergnügen machte; als es zu weinen auf-hörte , wurden alle die characteristischen Bewegungen beobachtet,mit Einschluß der Bildung der rechtwinkligen Falten auf der Mitteder Stirn. Endlich begegnete ich auf der Straße einem kleinen,drei oder vier Jahre alten Mädchen, welches von einem Hunde er-schreckt worden war; als ich sie frag, was ihr begegnet sei, hörtesie auf zu weinen und im Augenblicke wurden ihre Augen in einemaußerordentlichen Grade schräg gestellt.

Wir haben daher hier, wie ich nicht zweifeln kann, den Schlüsselzur Lösung des Problems, warum sich unter dem Einflüsse des Kum-mers die mittleren Bündel des Stirnmuskels und die Muskeln ringsum das Auge in Opposition zu einander zusammenziehen, mag ihreZusammenziehung eine länger anhaltende sein, wie bei den melancho-lischen Geisteskranken; oder momentan vorübergehen, wie in Folgeirgend einer unbedeutenden Ursache der Trübsal. Wir haben alleals Kinder wiederholt unsere ringförmigen Muskeln, Augenbrauen-runzler und Pyramidenmuskeln zusammengezogen, um während desSchreiens unsere Augen zu schützen; unsere Vorfahren haben vieleGenerationen hindurch vor uns dasselbe gethan; und obgleich wirwohl mit fortschreitenden Jahren leicht das Ausstößen von Schmerzens-schreien verhindern können, wenn wir uns in Notli fühlen, so könnenwir doch der langen Gewohnheit wegen nicht immer eine leichte Zu-sammenziehung der eben genannten Muskeln verhindern; wir bemer-ken in der That weder deren Zusammenziehung bei uns selbst, nochversuchen wir, sie aufzuhalten, wenn sie nur unbedeutend ist. DiePyramidenmuskeln scheinen aber weniger unter der Controle desWillens zu sein, als die anderen damit in Beziehung stehenden Mus-keln; und wenn sie ordentlich entwickelt sind, kann ihre Zusammen-ziehung nur durch die antagonistische Zusammenziehung der mittleren