Cap. 7.
Schräge .Stellung der Augenbrauen.
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botanischen Garten in Calcntta, hat mir mit großer Freundlichkeiteine ausführliche Beschreibung zweier Fälle geschickt. Er beobach-tete eine Zeit lang, während er selbst nicht gesehen wurde, ein jungesDhangar-Weib von Nagpore, die Frau eines der Gärtner, welche ihrkleines im Sterben begriffenes Kind pflegte; dabei sah er deutlich,wie die Augenbrauen an den inneren Enden in die Höhe gezogen waren,die Augenlider matt herabhiengen, che Stirn in der Mitte gefurchtund der Mund leicht geöffnet war mit stark herabgedrückten Mund-winkeln. Er trat dann hinter einer Wand von Pflanzen vor undredete die arme Frau an; sie fuhr zusammen, brach in eine Fluthbitterer Thränen aus und beschwor ihn, ihr Kind zu heilen. Derzweite Fall betraf einen Hindustani-Mann, welcher in Folge vonArmuth und Krankheit gezwungen war, seine Lieblingsziege zu ver-kaufen. Nachdem er das Geld erhalten hatte, blickte er wiederholtaut das Geld in seiner Hand und dann auf die Ziege, als sei er nochin Zweifel, ob er es nicht zurückgeben solle. Er gieng dann zurZiege, welche fertig aufgebunden war, um fortgeführt zu werden; dasThier erhob sich und leckte ihm die Hände. Seine Augen schwank-ten unstät von der einen zur andern Seite; sein „Mund war theil-„weise geschlossen, die Mundwinkel sehr entschieden herabgedrückt“,kindlich schien sich doch der Arme dazu zu entscheiden, daß er sichvon seiner Ziege trennen müsse; und nun wurden, wie Mr. Scott sah,die Augenbrauen leicht schräg gestellt mit der characteristischenFaltung oder Schwellung an den inneren Enden, es waren aber keineFalten auf der Stirn vorhanden. Der Mann stand eine Minute langso da; dann brach er nach einem tiefen Seufzer in Thränen aus,hob seine beiden Hände auf, segnete die Ziege, drehte sich herumund gieng davon, ohne sich noch einmal umzusehen.
Uber die Ursache der schrägen Stellung der Augen-brauen im Leiden. — Mehrere Jahre lang schien mir keine Aus-drucksform so verwirrend zu sein wie diejenige, die wir hier betrachten.Was könnte die Ursache sein, daß sich bei Kummer oder bei Sorgenallein die mittleren Bündel des Stirnmuskels in Verbindung mit denenrings um das Auge zusammenziehen ? Es scheint hier eine complicirteBewegung vorzuliegen zu dem alleinigen Zweck, Gram oder Kummerauszudrücken, und doch ist dies ein verhältnismäßig seltener Aus-druck , der auch häufig übersehen wird. Ich glaube die Erklärungist nicht so schwierig, wie es auf den ersten Blick erscheint.Dr. Duchenne theilt eine Photographie des vorhin erwähnten jungen
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