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Ausdruck des Leidens.
Cap. 6.
Zeiten nicht selten die Hand unwillkürlich auf die Augenlider legensehen, gewissermaßen um hierdurch den Augapfel noch besser zuschützen und zu behüten.
Trotz dem allen kann für jetzt noch keine große Reihe von Be-legen. beigebracht werden, um nachzuweisen, daß das Auge wirklichSchaden leidet, wenn ihm während heftiger Exspiration eine Unter-stützung fehlt. Doch finden sich einige. Es ist „eine Thatsache,„daß gewaltsame exspiratorische Anstrengungen bei heftigem Husten„oder Erbrechen und besonders beim Niesen zuweilen Veranlassung„zu Zerreißungen der kleinen (äußeren) Gefäße des Auges geben 17 .“ln Bezug auf die inneren Gefäße hat in neuerer Zeit Dr. Gunnikueinen Fall von Exophthalmos als Folge eines Keuchhustens beschrie-ben, welcher seiner Meinung nach von der Zerreißung der tieferliegen-den Gefäße abhieng; und auch andere analoge Fälle sind beschriebenworden. Aber schon das bloße Gefühl des Unbehaglichen würdewahrscheinlich hinreichen, zu der associirten Gewohnheit, den Aug-apfel durch Zusammenziehung der umgehenden Muskeln zu schützen,hinzuführen. Selbst die Erwartung oder die Möglichkeit einer Schädi-gung würde wahrscheinlich hierzu genügen, in derselben Weise wieein zu nahe vor dem Auge hin- und herbewegter Gegenstand einunwillkürliches Blinken mit dem Augenlide veranlaßt. Wir könnendaher aus Sir Ch. Bkll’s Beobachtungen und besonders aus den nochsorgfältigeren Untersuchungen des Prof. Dondebs mit Sicherheit fol-gern, daß das feste Schließen der Augenlider während des Schreiensder Kinder eine Handlung von tiefer Bedeutung und von wirklichemNutzen ist.
Wir haben bereits gesehen, daß die Zusammenziehung der Kreis.-muskeln das Aufwärtsziehen der Oberlippe herbeiführt und folglich,wenn der Mund nicht weit offen gehalten wird, das Herabziehen derMundwinkel durch die Zusammenziehung der niederdrückenden Mus-keln. Auch die Bildung der Nasenlippenfalte auf dem Backen trittin Folge des Aufwärtsziehens der Oberlippe ein. So sind die sämmt-lichen hauptsächlichen ausdrucksvollen Bewegungen des Gesichts wäh-rend des Weinens offenbar das Resultat einer Zusammenziehung derMuskeln rings um das Auge. Wir werden auch finden, daß das Ver-ist, — nicht eine unnatürliche Blasse, sondern eine Abwesenheit jener Böthe,welche sich hätte erwarten lassen, wenn die Oberfläche etwas entzündet wäre,was ja dann gewöhnlich der Fall ist; und diese Blässe ist er geneigt, als eineFolge des gewaltsamen Schlusses der Augenlider zu het,rächten.
17 Bonders, a. a. 0., p. 36.