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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
Entstehung
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Cap. 6.

Weinen.

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ingeniösen Apparate der modernen Wissenschaft unternommen unddie Resultate publicirt 15 . Er weist nach, daß während heftiger Ex-spirationen die äußeren, die in und die hinter dem Augapfel gelegenenGefäße sämmtlich in zweierlei Weise afficirt werden, nämlich durchden vermehrten Druck des Blutes in den Arterien und dadurch, daßder Rücklauf des Blutes durch die Venen gehindert wird. Es istdaher sicher, daß sowohl die Arterien als die Venen des Augeswährend heftiger Exspirationen mehr oder weniger ausgedehnt werden.Die detaillirton Beweise sind in Prof. Dondubs Abhandlung nach-zusehen. Die Wirkungen auf die Venen des Kopfes sehen wir in ihremHervorragen und an der purpurnen Farbe des Gesichts eines Menschen,welcher häufig hustet, weil er halb erstickt ist. Ich will noch nachderselben Autorität erwähnen, daß das ganze Auge entschiedenwährend jeder heftigen Exspiration etwas nach vorn rückt. Dies isteine Folge der Erweiterung der hinter dem Augapfel gelegenen Ge-fäße und hätte sich nach dem sehr innigen Zusammenhänge des Augesund Gehirns erwarten lassen. Man weiß ja, daß das Gehirn, wennein Theil des Schädels entfernt worden ist, mit jedem Athemzugesich hebt, und senkt. Dasselbe kann man auch an den noch nichtgeschlossenen Nähten kindlicher Köpfe beobachten. Ich vermutheaber, daß dies auch die Ursache ist, weshalb die Augen eines er-drosselten Menschen aus ihren Höhlen herauszutreten scheinen.

In Bezug auf den Schutz des Auges während heftiger exspirato-rischer Anstrengungen durch den Druck der Augenlider kommt Prof.Dondkbs nach seinen mannigfaltigen Beobachtungen zu dem Schlüsse,daß diese Handlung mit Sicherheit die Erweiterung der Gefäße be-schränkt oder ganz beseitigt 16 . Er fügt hinzu, daß wir in solchen

15 Diese Abhandlung erschien zuerst in demNederlandsch Archief voorGenees- en Natuurkunde. Deel. 5. 1870. Sie ist von Dr. W. D. Moore in'sEnglische übersetzt worden unter dem Titel:On the Action of the Eyelids in

determination of ßlood from expiratory eff'ort, in: Archives of Medicine, editedby Dr. L. S. Beale, Vol. V. 1870, p. 20.

10 Professor Donders bemerkt (am letztangeführten Orte, p. 28):NachVerletzungen des Auges, nach Operationen und in einigen Formen innerer Ent-zündungen legen wir großen Werth auf die gleichmäßige Unterstützung der ge-schlossenen Augenlider und vermehren dieselbe noch in vielen Fällen durch eineBinde. In beiden Fällen suchen wir sorgfältig großen exspiratorischen Druckzu vermeiden, dessen Nachtheil so bekannt ist. Mr. Bowman theilt mir mit,daß er in Fällen von excessiver Lichtscheu, welche die skrophulöse Augenentzün-dung der Kinder begleitet, wo das Licht so schmerzhaft wirkt, daß es währendWochen oder Monaten durch den gewaltsamsten Schluß der Augenlider abgehaltenwird, heim Öffnen der Lider häufig durch die Blässe der Augen überrascht worden