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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Ausdruck des Leidens.

Cap. 0.

sächlich die Stimmritze afficirt. Es wird dieser Laut gehörtimAugenblicke, wenn die Inspiration den Widerstand der Stimmritzeüberwindet und die Luft in dieselbe hineinfährt. Es ist aber auchder ganze Act der Athmung krampfhaft und heftig. Die Schulternwerden zu derselben Zeit meist gehoben, da durch diese Bewegungdas Athemholen erleichtert wird. Bei einem meiner Kinder waren,als es siebenundsiebzig Tage alt war, die Inspirationen so schnell undheftig, daß sie sich dem Character des Schluchzens näherten. Alses 138 Tage alt war, bemerkte ich zuerst entschiedenes Schluchzen,welches' später jedem schlimmen Weinanfalle folgte. Die Athem-bewegungen sind zum Theil willkürlich, zum Theil unwillkürlich, undich vermuthe, daß das Schluchzen wenigstens zum Theil davon her-rührt, daß die Kinder nach der frühesten Kindheit eine* gewisseFähigkeit haben, ihre Stimmorgane zu beherrschen und ihr Schreienzu unterdrücken. Da sie aber über ihre Respirationsmuskeln wenigerGewalt haben, so fahren diese eine Zeit lang fort, sich in einerunwillkürlichen und krampfhaften Art und Weise noch zusammen-zuziehen, nachdem sie einmal in heftige Thätigkeit versetzt wordenwaren. Das Schluchzen scheint dem Menschen eigenthümlich zusein, denn die Wärter im zoologischen Garten versichern mir, daßsie niemals bei irgend einer Art von Affen ein Schluchzen gehörthaben, obschon Affen häufig laut schreien, während sie gejagt undgefangen werden und dann eine Zeit lang keuchen. Wir sehen hier-aus, daß zwischen dem Schluchzen und dem reichlichen Vergießenvon Thränen eine strenge Analogie besteht; denn bei Kindern be-ginnt das Schluchzen nicht während der frühesten Kindheit, trittaber später ziemlich plötzlich ein und folgt dann jedem heftigenWeinanfalle, bis die Gewohnheit mit den fortschreitenden Jahren ab-gelegt wird.

Uber die Ursache der Zusammenzi ehung der rings umdas Auge gelegenen Muskeln während des Schreiens.Wir haben gesehen, daß neugeborene und junge Kinder, währendsie schreien, ausnahmslos ihre Augen fest schließen und zwar durchdie Zusammenziehung der umgebenden Muskeln, so daß die Hautrings herum in Falten gelegt wird. Bei älteren Kindern und seihstbei Erwachsenen läßt sich, so oft ein heftiges und nicht zurück-gehaltenes Weinen eintritt, eine Neigung zur Zusammenziehung dieserselben Muskeln beobachten ; doch wird dieselbe häufig gehemmt, um.das Sehen nicht zu stören.