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Ausdrucksformen bei Thieren.
Cap. 5.
Doch theilt mir Sir .T. Paget mit, daß, wenn Muskeln plötzlich mitder größten Kraft ohne irgend welche Vorbereitung zusammengezogenwerden, sie sehr leicht zerreißen, so z. B. wenn ein Mensch un-erwartet ausgleitet, daß dies aber nur selten eintritt, wenn eine Hand-lung, so heftig sie auch sein mag, mit Vorbedacht ausgeführt wird.
Was die Aufrechthaltung des Schwanzes betrifft, so scheint sie(oh dies aber wirklich der Fall ist, weiß ich nicht) davon abzuhängen,daß die Hebemuskeln kräftiger sind als die herabziehenden, so daß,wenn alle Muskeln des hintern Körpertheils im Zustande der Spann-ung sich befinden, der Schwanz gehoben wird. Wenn ein Hund ineiner gemüthlichen Stimmung ist und vor seinem Herrn mit hohenelastischen Schritten einhertrabt, so hält er gewöhnlich seinen Schwanzin die Höhe, obschon er nicht entfernt so steif gehalten wird, wiewenn das Thier zornig ist. Wenn ein Pferd zum ersten Male in einoffenes Feld frei gelassen wird, so kann man sehen, wie es mit langenelastischen, weitausgreifenden Schritten, den Kopf und den Schwanzhoch in die Höhe gehalten, dahin trabt. Selbst wenn Kühe aus Ver-gnügen umherspringen, werfen sie ihre Schwänze in einer lächer-lichen Art in die Höhe. Dasselbe ist auch bei verschiedenen Thierenin den zoologischen Gärten der Fall. Indeß wird in gewissen Fällendie Haltung des Schwanzes durch specielle Umstände bestimmt. So-bald z. B. ein Pferd in großer Schnelligkeit zum Galop übergeht,senkt es immer den Schwanz, um der Luft so wenig Widerstand alsnur möglich darzubieten.
Wenn ein Hund im Begriff ist, auf seinen Gegner loszuspringen,so stößt er ein wildes Knurren aus, die Ohren werden dicht nachhinten gedrückt und die Oberlippe wird den Zähnen aus dem Wegegezogen, besonders über den Eckzähnen (Fig. 14). Dieselben Bewe-gungen sind bei erwachsenen und bei jungen Hunden auch währendihrer Spiele zu beobachten. Wenn aber ein Hund beim Spiele bösewird, so ändert sich sein Ausdruck sofort. Indeß ist dies einfacheine Folge davon, daß die Lippen und Ohren mit viel größerer Energiezurückgezogen werden. Wenn ein Hund einen andern nur anknurrt,so werden die Lippen gewöhnlich nur auf einer Seite, nämlich ander wo sich sein Gegner findet, zurückgezogen.
Die Bewegungen eines Hundes, welcher Zuneigung zu seinemHerrn zu erkennen gibt, sind in unserem zweiten Capitel (Fig. 6und 8) beschrieben worden. Sie bestehen darin, daß der Kopf undder ganze Körper sich niedriger stellt und gewundene Bewegungenausführt, während der Schwanz ausgestreckt und von der einen zur