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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Mittel lies Ausdrucks bei Thieren.

Cap. 4.

wild werden, wie früher in Fig. 9 dargestellt worden ist (p. 52).Obgleich hierdurch die Ohren in hohem Grade geschützt sind, sowerden sie doch häufig bei alten männlichen Katzen während ihrerKämpfe unter einander zerrissen. Dieselbe Bewegung ist bei Tigern,Leoparden u. s. w. sehr auffallend, wenn sie in Menagerien über ihremFutter knurren. Der Luchs hat merkwürdig lange Ohren; das Zu-rückziehen derselben, wenn man sich einem dieser Thiere in seinemKäfig nähert, ist sehr auffallend und für die wilde Stimmung desThieres in eminentem Grade ausdrucksvoll. Selbst eine der Ohren-Bobben, die Otaria pusilla, welche sehr kleine Ohren hat, zieht siezurück, wenn sie wild auf die Füße ihres Wärters losstürzt.

Wenn Pferde mit einander kämpfen, so brauchen sie ihreSchneidezähne zum Beißen und ihre Vorderbeine zum Schlagen vielmehr als sie ihre Hinterbeine zum Ausschlagen nach hinten brauchen.Es ist dies beobachtet worden, wenn sich Hengste losgemacht undmit einander gekämpft haben: es läßt sich auch aus der Art derVerwundungen schließen, welche sie sich einander beibringen. EinJeder erkennt das bösartige Aussehen, was das Zurückziehen derOhren einem Pferde gibt. Diese Bewegung ist von der sehr verschie-den, welche ein Pferd macht, wenn es auf etwas hinter sich hört.Wenn ein bösgelauntes Pferd in einem Stalle geneigt ist, hinten aus-zuschlagen, so werden die Ohren aus Gewohnheit zurückgezogen, ob-schon es weder die Absicht noch die Möglichkeit zu beißen hat. Wennaber ein Pferd im Spiel, wenn es z. B. auf ein offenes Feld kommt, oderwenn es nur leise von der Peitsche berührt wird, seine beiden Hinter-beine aufhebt, so zieht es nicht immer die Ohren zurück; denn seineStimmung ist dann nicht böse. Guanacos kämpfen wüthend mit ihrenZähnen; sie müssen dies sehr häufig thun, denn ich fand die Häutemehrerer solcher Thiere, die ich in Patagonien schoß, tief mit Narbenbedeckt. Dasselbe thun auch Kameele, und'beide Thiere ziehen, wennsie böse werden, ihre Ohren dicht nach hinten. Ich habe auch be-merkt, daß, wenn Guanacos nicht die Absicht zu beißen haben, sondernnur ihren widrigen Speichel aus der Ferne auf einen Eindringlingausspucken, sie ihre Ohren zurückziehen. Selbst wenn der Hippo-potamus mit seinem weit geöffneten enormen Munde einem Kameradendroht, zieht er, gerade wie ein Pferd, seine kleinen Ohren zurück.

Welchen Contrast bieten nun die eben erwähnten Thiere gegen-über den Kindern, Schafen und Ziegen dar, welche niemals ihre Zähnebeim Kampfe benutzen und auch niemals ihre Ohren zurückziehen,wenn sie in Wuth gerathen! Obgleich Schafe und Ziegen so fried-