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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Mittel des Ausdrucks hei Thieren.

Cap. 4.

schlangen und Puff-Ottern zu gleicher Zeit heftig erregt wurden,war ich von der Ähnlichkeit der von ihnen hervorgebrachten Lautesehr frappirt; und obgleich das von der Klapperschlange gemachteGeräusch lauter und schriller als das Zischen der Puff-Otter ist, sokonnte ich doch, wenn ich in der Entfernung von einigen Yards vonihnen stand, kaum beide von einander unterscheiden. Zu welchemZwecke auch der Laut von der einen Species hervorgebracht wird,ich kann doch kaum bezweifeln, daß er bei der andern Species dem-selben Zwecke dient; und aus den von vielen Schlangen gleichzeitiggemachten drohenden Geberden schließe ich, daß ihr Zischen,das Klappern der Klapperschlange, das Schütteln des Schwanzesbeim Trigonocephalus , das Kratzen der Schuppen bei Echis unddie Ausbreitung des Halsschildes bei der Cobra, alles demselben.Ende dient, dem nämlich, sie ihren Feinden schrecklich erscheinenzu lassen 28 .

Auf den ersten Blick scheint die Schlußfolgerung wahrschein-lich, daß Giftschlangen, wie die im Vorstehenden erwähnten, weilsie bereits durch ihre Giftzähne so gute Vertheidigungsmittel haben,niemals von irgend einem Feinde angegriffen werden und daß siedemzufolge nicht nötliig haben, noch mehr Schrecken zu erregen.Dies ist aber durchaus nicht der Fall; denn in. allen Theilen derErde wird ihnen von vielen Thieren bedeutend nachgestellt. Es isteine bekannte Thatsache, daß in den Ahreinigten Staaten Schweinedazu benutzt werden, von Klapperschlangen heinigesuchte Bezirke zu

Zwecke dient. Die Schlußfolgerung, zu welcher ich gelangt bin, daß nämlichdas Klappern den Thieren als AVarnung dient, welche die Schlange zu verschlingendrohen, scheint mir viel wahrscheinlicher zu sein, da sie verschiedene (Hassen vonThatsachen mit einander verbindet. Hätte diese Schlange die Klapper und dieGewohnheit zu klappern zu dem Zwecke erlangt, Beute anzulocken, so scheintes nicht wahrscheinlich zu sein, daß das Thier auch ausnahmslos dasselbe In-strument benutzt, wenn es gereizt oder gestört wird. Was die Entwicklungsweiseder Klapper betrifft, so hat Prof. Shaler nahezu dieselbe Ansicht wie ich: ichbin immer dieser Meinung gewesen, seitdem ich in Süd-America den Trigono-cephalus beobachtet habe.

28 Hach den in neuerer Zeit von Mrs. Barber über die Schlangen vonSüd-Africa gesammelten und imJournal of the Linnean Society mitgetheiltenBerichten, wie auch nach den von mehreren Schriftstellern, z. B. von Lawsonüber die Klapperschlange von Kord-America gegebenen Schilderungen erscheintcs nicht unwahrscheinlich, daß das schreckenerregende Aussehen von Schlangenund die von ihnen hervorgebrachten Laute gleichfalls dazu dienen können, ihnenBeute dadurch zu verschaffen, daß sie kleinere Thiere lähmen oder, wie es zu-weilen genannt wird, bezaubern.