Cap. 4.
Aufblähen des Körpers.
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gehalten 23 . Diese Ähnlichkeit dient vielleicht dem Trojiiilviiotus alsein gewisser Schutz. Mine andere nicht giftige Schlange, diepdtu von Süd-Africa, bläht sich auf, breitet ihren Hals aus und zischtund schießt auf jeden Eindringling in ihr Hereich 2 ' 1 . Viele andereSchlangen zischen unter ähnlichen Umständen. Sie schwingen auchhre vorgestreckten Zungen mit Schnelligkeit.; und dies dürfte dazudienen, das Schreckenerregende ihres Ansehens noch zu vermehren.
Schlangen besitzen noch andere Mittel zum Hervorbringen vonLauten außer dem Zischen. Vor vielen Jahren beobachtete ich inSüd-America, daß eine giftige Schlange, ein Truioiioccphalus, wennsie gestört wurde, mit Schnelligkeit das Ende ihres Schwanzes invibrirende Bewegung versetzte, so daß es gegen das trockene Grasund Beißig stoßend ein rasselndes Geräusch hervorbrachte, welchesnoch in einer Entfernung von sechs Fuß deutlich gehört werdenkonnte 20 . Die giftige und wilde Echls carinata von Indien bringt„einen merkwürdigen, lang ausgezogenen, beinahe zischenden Laut“auf eine ganz andere Weise hervor, nämlich dadurch, daß sie „dieRänder ihrer seitlichen Kürperschuppen gegen einander reibt“, wäh-rend der Kopf beinahe in ein und derselben Stellung verbleibt. DieSchuppen an den Seiten, aber an keiner andern Stelle des Körpers,sind stark gekielt und die Kiele wie eine Säge gezähnt; wenn nundas aufgerollt daliegende Thier seine Seiten gegen einander reibt,so kratzen sie aufeinander 23 . Endlich haben wir noch den bekanntenFall der Klapperschlange. Wer nur die Klapper einer todten Schlangegeschüttelt hat, kann sich keine rechte Idee von dem Laute machen,den das lebende Thier hervorbringt. Professor Shalkk gibt an, daßdieser Laut von dem nicht zu unterscheiden ist, den das Männcheneiner großen Cicade (ein homopteres Insect), welche denselben Bezirkbewohnt, hervorbringt 21 . Als im zoologischen Garten die Klapper-
23 Dr. Günther, Reptiles of British India, p. 202.
24 Mr. J. Mansel Weale ,Nature 1 , 27. Apr. 1871, p. 508.
25 Reise eines Naturforschers (Ubers.), 1875, p. 110. Ich verglich hierdas auf die oben erwähnte Weise erzeugte Rasseln mit dem Klappern der Klapper-schlange.
23 s. die Schilderung des Dr. Anderson in: Proceed. Zoolog. Soc. 1871,
p. 196.
27 The American Naturalist. Jan. 1872, p. 32. Ich bedaure, Hrn. Prof.Shaler in der Annahme nicht folgen zu können, daß die Klapper durch natür-liche Zuchtwahl zu dem Zwecke entwickelt worden sei, Laute hervorzubringen,welche Vögel täuschen und anlocken, so daß sie der Schlange zur Beute dienenkönnen. Ich will indessen nicht bezweifeln, daß der Laut gelegentlich diesem