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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Mittel des Ausdrucks bei Thiereu.

Cap. 4.

und ihnen die Schenkelselmen durchschnitten wurden. Man sagt,daß Pferde, wenn sie von Wölfen angegriffen werden, laute undeigenthiimliche Angstschreie ausstoßen.

Zu der Äußerung vocaler Laute dürften unwillkürliche undzwecklose , in der erwähnten Art und Weise angeregte Zusammen-ziehungen der Muskeln der Brust und Stimmritze zuerst Veranlassungnesehen haben. Jetzt wird aber die Stimme von vielen Thieren zuverschiedenen Zwecken benutzt; auch scheint Gewohnheit bei derenVerwendung unter anderen Umständen eine wichtige Rolle gespieltzu haben. Naturforscher haben, und wie ich glaube, mit Recht,bemerkt, daß sociale Tliiere, weil solche ihre Stimmorgane gewohn-heitsgemäß als Mittel zu gegenseitiger Mittheilung benutzen, dieselbenauch bei anderen Veranlassungen viel häufiger gebrauchen als andereThiere. Es gibt aber auffallende Ausnahmen von dieser Regel, z. B.beim Kaninchen. Auch hat das Princip der Association, welcheseinen so weiten Wirkungskreis hat, dabei eine Rolle gespielt. Esfolgt hieraus, daß die Stimme, weil sie unter gewissen, Vergnügen,Schmerz, Zorn u. s. w. veranlassenden Bedingungen gewohnheits-gemäß als nützliches Hülfsmittel angewendet worden ist, allgemeingebraucht wird, sobald nur immer dieselben Empfindungen oder Ge-müthsbewegungen unter völlig verschiedenen Bedingungen oder ineinem geringem Grade angeregt werden.

Uie beiden Geschlechter vieler Thiere rufen während der Brunst-zeit unaufhörlich einander, und in nicht wenig Fällen sucht das Männ-chen durch die Stimme das Weibchen zu bezaubern oder zu reizen.Dies scheint allerdings der uranfängliche Gebrauch und die ursprüng-liche Entwicklungsweise der Stimme gewesen zu sein, wie ich inmeinerAbstammung des Menschen zu zeigen versucht habe. Hier-nach wird der Gebrauch der Stimmorgane mit der Vorausempfindungdes größten Vergnügens, was die Thiere zu fühlen im Stande sind,associirt worden sein. Thiere, welche in Gesellschaft leben, rufeneinander oft, wenn sie getrennt werden und empfinden offenbar einegroße Freude, wenn sie sich treffen; dies sehen wir z. B. an einemPferde bei der Rückkehr seines Gefährten, dem es entgegenwiehert.Die Mutter ruft beständig nach ihren verlorenen Jungen, so z. B.eine Kuh nach ihrem Kalbe; auch rufen die Jungen vieler Thierenach ihrer Mutter. Wenn eine Schafheerde auseinander getriebenwird, so blöken die Mutterschafe unaufhörlich nach ihren Lämmernund die wechselseitige Freude beim Zusammenkommen drückt sichganz deutlich aus. Wehe dem Menschen, welcher sich mit den Jungen