Cap. 2.
Princip des Gegensatzes.
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Kind, in leidenschaftlicher Plrregung irgend Jemand mit erhobenerStimme sagt, er solle fortgehen, so bewegt er meist seinen Arm,als wenn er den andern damit fortschieben wolle, obgleich der Be-leidiger nicht nahe dabei zu stehen braucht, und obschon nicht diegeringste Nöthigung dazu vorhanden zu sein braucht, erst durch eineGeberde noch zu erklären, was gemeint wird. Wenn wir auf derandern Seite eifrig wünschen, daß Jemand nahe zu uns herankommenmöchte, so handeln wir so, als ob wir ihn zu uns heran ziehenwollten; und Ähnliches tritt in zahllosen anderen Fällen ein.
Da die Ausführung gewöhnlicher Bewegungen entgegengesetzterArt, unter entgegengesetzten Willenseinflüssen, bei uns und den nie-deren Thieren zur Gewohnheit geworden ist, so erscheint es, wennThätigkeitsäußerungen einer bestimmten Art mit bestimmten Empfin-dungen oder Erregungen in feste Association zu einander getretensind, natürlich, daß Handlungen einer direct entgegengesetzten Art,wenn sie auch ohne Nutzen sind, unter dem Einflüsse einer directentgegengesetzten Empfindung oder Erregung unbewußt durch Ge-wohnheit und Association ausgeführt werden. Nur nach diesemGrundsätze kann ich es verstehen, auf welche Weise die Geberdenund Ausdrucksformen, welche unter die Rubrik der Gegensätze ge-hören, entstanden sind. Wenn sie freilich dem Menschen oder irgendeinem andern Thiere zur Unterstützung inarticulirter Ausrufe oderder Sprache von Nutzen sind, so werden sie auch willkürlich an-gewendet und die Gewohnheit dadurch verstärkt werden. Mögensie aber als ein Mittel der Mittheilung von Nutzen sein oder nicht,so wird doch die Neigung, entgegengesetzte Bewegungen bei ent-gegengesetzten Empfindungen oder Erregungen auszuführen, wennwir nach Analogie urtheilen dürfen, durch lange Übung erblich wer-den ; und darüber kann kein Zweifel bestehen, daß mehrere, von demPrincip des Gegensatzes abhängige Bewegungen vererbt werden.