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Allgemeine Gesetze des Ausdrucks.
Cap. 2.
letzterer mit kriechendem und sich windendem Körper, herabhängen-dem und wedelndem Schwänze und herabgedrückten Ohren seinenHerrn liebkost. Dieser Contrast in den Stellungen und Bewegungendieser beiden fleischfressenden Säugethiere in derselben vergnüglichenund zärtlichen Gemüthsstimmung kann, wie es mir scheint, nur da-durch erklärt werden, daß die betreffende]! Bewegungen in vollkom-menem Gegensätze zu denen stehen, welche ausgeführt werden, wenndie Thiere böse sind und bereit, entweder zu kämpfen oder auf ihreBeute einzuspringen.
In diesen beiden Fällen, beim Hunde und der Katze, haben wirallen Grund zu glauben, daß die Geberden sowohl der Feindseligkeitals auch der Zuneigung angeboren oder ererbt sind; denn sie sindin den verschiedenen Rassen der Species und in allen Individueneiner und der nämlichen Rasse, sowohl jungen als alten, beinaheidentisch dieselben.
Ich will hier noch ein anderes Beispiel des Gegensatzes im Aus-drucke anführen. Ich besaß früher einen großen Hund, welcher wiejeder andere Hund ein großes Vergnügen daran fand, hinaus spazierenzu gehen. Er zeigte seine Freude darin, daß er gravitätisch mithoch erhobenen Schritten vor mir her trabte mit hoch emporgeho-benem, dabei aber nicht steifem Schwänze. Nicht weit von meinemHause führt ein Fußweg rechts vom Hauptgang ab nach einem Ge-wächshause hin, was ich häufig für ein paar Augenblicke zu besuchenpflegte, um nach meinen Versuchspflanzen zusehen. Dies war jedes-mal eine große Enttäuschung für den Iiund, da er nicht wußte, obich den Spaziergang fortsetzen würde; und die augenblickliche undvollständige Veränderung des Ausdrucks, die ihn überfiel, sobald ernur meinen Körper im Allergeringsten nach dem Fußwege sich wen-den sah (und zuweilen that ich es nur des Versuches wegen), warförmlich lächerlich. Sein Blick der größten Niedergeschlagenheitwar jedem Gliede meiner Familie bekannt und wurde das „Gewächs-haus-Gesicht“ genannt. Es bestand dies darin, daß der Kopf sehrgesenkt wurde, der ganze Körper ein wenig zusammensank und be-wegungslos blieb, daß die Ohren und der Schwanz ganz plötzlichherunter sanken, wobei aber der Schwanz nicht im Mindesten ge-wedelt wurde. Mit dem Sinken der Ohren und dem Hängenlassenseines großen Mauls wurden auch die Augen bedeutend im Aussehenverändert und sahen, wie ich der Ansicht war, weniger glänzendaus. Sein ganzes Aussehen war das der mitleidswerthen, hoffnungs-losen Niedergeschlagenheit; und -wie ich schon gesagt habe, es war