Einleitung.
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wird, daß Affen mit speciellen Muskeln begabt worden sind nur zudem Zwecke, ihre widerlichen Grimassen darzustellen. Es lassen sichin der Tliat bestimmte, vom Ausdrucke unabhängige Gebrauchsweisenmit großer Wahrscheinlichkeit für beinahe alle Gesichtsmuskeln nach-weisen.
Sir Ch. Bell wünschte offenbar einen so weiten Unterschiedzwischen dem Menschen und den niederen Thieren zu machen wienur möglich; und in Folge hiervon behauptet er, daß „bei den nie-deren Geschöpfen kein Ausdruck vorhanden ist als das, was man„mehr oder weniger deutlich auf die Äußerungen ihres Willens oder„die nothwendigen Instincte zurückführen kann.“ Er behauptet ferner,daß ihre Gesichter hauptsächlich im Stande zu sein scheinen, Wutlioder Furcht auszudrücken 14 . Aber selbst der Mensch kann Liebeund Demuth durch äußere Zeichen nicht so deutlich ausdriicken wieein Hund, wenn er mit hängenden Ohren, herabhängenden Lippen,sich windendem Körper und wedelndem Schwänze seinem geliebtenHerrn begegnet. Auch lassen sich diese Bewegungen beim Hundenicht durch Handlungen des Willens oder durch nothwendige Instincteerklären, ebensowenig wie das Glänzen der Augen und das Lächelnder Wangen bei einem Menschen, wenn er einen alten Freund trifft.Wenn Sir Ch. Bell über den Ausdruck der Zuneigung beim Hundegefragt worden wäre, so würde er ohne Zweifel geantwortet haben,daß dies Thier mit speciellen Instincten erschaffen worden sei, welchedasselbe für die gesellige Verbindung mit dem Menschen geschicktmachten, und daß alle weiteren Untersuchungen über den Gegen-stand überflüssig seien.
Obgleich Gbatiolet es emphatisch leugnet 10 , daß irgend einMuskel allein zum Zwecke des Ausdrucks entwickelt worden sei, soscheint er doch niemals über das Princip der Entwicklung nach-gedacht zu haben. Allem Anscheine nach betrachtet er jede Speciesals Resultat einer besonderen Schöpfung. Dasselbe gilt auch von denübrigen Schriftstellern über den Ausdruck. Nachdem z. B. Dr. Duchennevon den Bewegungen der Gliedmaßen gesprochen hat, geht er aufdiejenigen über, welche dem Gesichte einen bestimmten Ausdruckgeben, und bemerkt 16 : „Le createur n’a donc pas eu ä se preoccuper„ici des besoins de la mecanique; il a pu, selon sa sagesse, ou — que„Ton me pardonne cette maniere de parier — par nne divine fantaisie,
14 Anatomy of Expression, p. 121, 138.
15 De la Physionomie, p. 12, 73.
16 itfecanisme de la Physionomie Tfmnaine. Ausg. in 8°, p. 31.