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Einleitung.
zu diesem besondem Zweige der Wissenschaft gelegt, sondern bereitsein wertlivolles Gebäude aufgeführt habe. Sein Werk ist nach allenRichtungen hin von hohem Interesse; es enthält graphische Beschrei-bungen der verschiedenen Seelenbewegungen und ist ausgezeichnetillustrirt. Es wird allgemein zugegeben, daß der Dienst, welchenes der Wissenschaft geleistet hat, hauptsächlich darin besteht, daßes die innige Beziehung nachgewiesen hat, welche zwischen den Be-wegungen des seelischen Ausdrucks und denen der Respiration besteht.Einer der bedeutungsvollsten Punkte, so gering er auf den erstenBlick erscheinen mag, ist der, daß die rund um die Augen herum-liegenden Muskeln während heftiger exspiratorischer Anstrengungenunwillkürlich zusammengezogen werden, um jene zarten Organe gegenden Druck des Blutes zu schützen. Diese Thatsache, welche ProfessorDondehs in Utrecht mit der größten Freundlichkeit für mich nach-untersucht hat, wirft, wie wir später sehen werden, eine Masse Lichtauf mehrere der bedeutungsvollsten Ausdrucksformen der mensch-lichen Gemüthsstimmung. Die Verdienste von Sir Ch. Bell’s Werksind von mehreren auswärtigen Schriftstellern unterschätzt oder voll-ständig übersehen, von einigen dagegen vollständig anerkannt worden,so z. B. von A. Lemoixk 0 , welcher mit sehr großem Rechte sagt:„le livre de Ch. Bell devrait etre medite par quiconque essaye de„faire parier le-visage de l’homme, par les philosophes aussi bien que„par les artistes, car, sous une apparence plus legere et sous le„pretexte de l’esthetique, c’est un des plus beaux monuments de la„Science des rapports du physique et du moral.“
Aus Gründen, welche sofort angeführt werden sollen, versuchteSir Ch. Bell nicht, seine Ansichten so weit zu verfolgen, wie sie wohlhätten ausgeführt werden können. Er versucht keine Erklärung dar-über zu geben, warum bei verschiedenen Seelenbewegungen verschie-dene Muskeln in Thätigkeit gesetzt werden, warum z. B. von einerPerson, welche vor Kummer oder Besorgnis leidet, die inneren Endender Augenbrauen in die Höhe und die Mundwinkel herab gezogenwerden.
Im Jahre 1807 gab Mokeaü eine Ausgabe von Lavateb’s Phy-siognomik heraus 0 , in welche er mehrere seiner eigenen Abhandlungen
5 De la Physionomie et de la Parole, par Albert Lemoine. 1865. p. 101.
6 „L’Art de connaitre les Hommes“ etc. par Ch Lavater. Die früheste Aus-gabe dieses Werkes, auf welche in der Vorrede zur Ausgabe von 1820, in zehnBänden, als lloreau’s Beobachtungen enthaltend Bezug genommen wird, soll imJahre 1S07 erschienen sein; und ich zweifle nicht daran, daß dies richtig ist, weil