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Buch VII. Zwölftes Hauptstück.
das Nominationspatent des Schaffgotsch zum Bischof vonBreslau und Fürsten von Neisse und Grottkau. Sollte derwiener Hof die bischöflichen Einkünfte im österreichischen Theilevon Schlesien scquestriren, so sollte das sogleich mit den oll-mützer und pragcr Bisthums Einkünften in Kätscher undGlatz geschehen. Der Minister Münchow sollte das Capitelzu bewegen suchen, daß es den Schaffgotsch in weltlichen undgeistlichen Sachen als Bischof anerkenne, und selbst dessen Be-stätigung in Rom erwirken. Das Domcapitel widersetzte sichdem Willen des Königs, worauf dieser demselben sein imper-tinentes und unverantwortliches Verfahren auf das Stärksteverwies, und die Beobachtung des ihm schuldigen Gehorsamsbei Vermeidung seiner schwersten Ungnade forderte. Der Mi-nister Münchow musste dem Capitel und besonders dem Dom-herrn v. Almcsloe scharfe Weisung geben und diesem drohen,ihn, wenn er von seinen Zntriguen nicht abliesse, als Maje-stätsverlctzcr zu bestrafen, worüber der König den schriftlichenBeweis in Händen habe, ohne daß er bis dahin habe davonGebrauch machen wollen. Wenn das Domcapitel sein Ver-fahren mit vorgewendeter Beruhigung des Gewissens zu be-schönigen suche, so sei das nur Blendwerk, um die übelge-sinnten Absichten gegen ihn, den König, zu verdecken. Erwerde seinen geraden Weg fortgehen, und dem Domcapitelüberlassen, ob dasselbe seine Gnade und Schutz annehmcn,oder sich seinem gerechten Ressentiment aussctzcn wolle; jeneswolle er ihnen gern gönnen, dieses ihnen empfindlich genugmachen. So wurde denn das Domcapitel besonders nochdurch den Minister Münchow vermocht, selbst die päpstlicheBestätigung für den Schaffgotsch nachzusuchen. Um die Be-denken des Papstes gegen diesen zu beschwichtigen, hatten aufVeranlassung des prcussischen Agenten in Rom schon kurzvor dem Tode des Cardinals die Aebtc von St. Vinccnz inBreslau, von Grüssau, von Lcubus und von Heinrichs»,sowie der Meister des Matthiasstifts .in Breslau ein Zeug-niß ausgestellt, daß Schaffgotsch sich immer schicklich betragen,seine Amtsverrichtungen unausgesetzt versehen, durch die Gunst,in welcher er beim Könige von Prcussen stehe, der katholi-schen Kirche vielfach genützt habe, und daß sie über seine