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4 (1851) Von 1739 bis 1756
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Charakteristik Friedrichs.

Widerspruche mit einander finden. Betrachtet man seine Hand-lungsweise gegen andere Staaten, so folgt er scheinbar weitmehr den Vorschriften des Macchiavelli, als den Grundsätzen,welche er in feiner Schrift denen des berühmten fiorentinerStaatssccrctairs entgegengesetzt hatte. Er schwankt wenig inder Wahl der Mittel, wenn sie nur zum Ziele führen; er-stellt sich freundlich gesinnt gegen Maria Theresia, währender schon beschlossen hat, ihr Schlesien zu entreißen, und dazudie Vorbereitungen trifft; er thut das unter Vorwänden undmit Ansprüchen, an die er selbst nicht glaubt. Er steigertund mindert seine Forderungen nach den Umständen. Alsihm Maria Theresia Nicderschlesien nicht abtretcn will, lässter cs sich von Frankreich gewährleisten und verbindet sich mitLudwig XV. eigentlich doch schon zur Thcilung des öster-reichischen Staats, verlässt Frankreich aber sogleich, als ihmvon Maria Theresia Nicderschlesien durch einen geheimen Ver-trag abgetreten wird, an dessen Haltung er selbst weder glaubt,noch denkt. Er erneuert sogleich den Krieg, gewährleistet demKurfürsten von Baiern Obcrösterreich, Tyrol und Böhmen,und kauft von ihm, der nicht ein Dorf darin besaß, die Graf-schaft Glatz, bemächtigt sich derselben und Oberschlesiens, undals er auch diese Länder von Maria Theresia abgetreten er-hält, verlässt er seine Verbündeten abermals. Für seine eigeneSicherheit bei den Fortschritten der österreichischen Heere be-sorgt, verbündet er sich öffentlich zum Schutze des Kaisers,geheim nochmals mit Frankreich und den übrigen GegnernOesterreichs zur Thcilung dieser Monarchie und rückt mit80,000 Mann Hülfstruppen des nur 12,000 Mann starkenkaiserlichen Heeres in Böhmen ein. Er leugnet, den Friedenmit Oesterreich gebrochen zu haben, weil er nur Hülfsmachtsei, und findet es lächerlich, daß Sachsen, als BundesgenosseOesterreichs, diesem beiftehe, und doch behaupte, Frieden mitihm zu haben. Er fällt über Sachsen her und zwingt csund Oesterreich zugleich zum Frieden, indem er Frankreich noch-mals verlässt. Ebenso ist er in seinen Unterhandlungen mitEngland, Rußland, Frankreich, selbst mit Sachsen. Ihm istjeder Weg ziemlich gleich, auf dem er sein Ziel erreicht. Erwürde sich mit jeder Macht und so lange verbünden, als sie