Anrücken der Oesterreicher. 243
beunruhigen, dann auf Glogau Vordringen und mit Erobe-rung dieser Festung den Feldzug beendigen').
Demgemäß rückten 12,000 Ungarn! unter Esterhazy, 1745Caroly, Feztctics, Spleny und Ghilany auf beiden OderufernAnf.vpril.in Oberschlcsicn ein, nahmen mit zehnfacher Ucbermacht nachder tapfersten Gegenwehr in Roscnberg 600 Preusscn gefan-gen und drangen bis Konstadt vor. Erst nach mehreren Ge-fechten wurden sie durch General Winterfell» etwas zurückge-trieben. Der König ließ Troppau und Jägcrndorf räumenund zog sein Heer enger an der Neisse zusammen, weil erglaubte, die Oestcrreichcr würden durch die Lausitz cinbrcchen.
Er stellte sich furchtsam und ließ durch einen Doppelspionverbreiten, er wage nicht, den Feind am Fusse des Gebirgeszu erwarten, sondern werde sich zwischen Breslau und Glo-gau zu setzen suchen °). Das machte die Oestcrreichcr sicher.
Immer näher zogen ihre einzelnen Abtheilungen von Mährenund Oberschlesien heran. Das Hauptheer, nachdem es sichmit den Sachsen vereinigt hatte, rückte über Jaromirz aufTrautenau und Schönberg über das Gebirge gegen Schweid-nitz hin vor. Winterfcld, der Landshut gegen den ihm doppeltüberlegenen Vortrab unter Nadasdi rühmlichst vertheidigt 22. Mai.hatte, zog sich gegen Schweidnitz hin zurück.
Sobald der König die Absichten der Oesterreicher sichentwickeln sah, zog er sein Heer bei Frankenstein völlig zu-sammen, was nicht ohne ein sehr heftiges Gefecht des Mark-grafen Karl bei der Räumung Jägerndorfs gegen die ihn 22 . Mai.rings umgebenden und den Weg vertretenden, ihm an Zahlweit überlegenen ungarischen Insurgenten und Oestcrreichcrgelang. Alle diese und zahlreiche Vorpostcngefechte hoben denMuth der Prcussen, obgleich die Festung Kosel den Oester- 27. Mal.reichern durch Ucbcrfall in die Hände gerieth °).
Der König brach von der Neisse auf und bezog ein Lagerbei Zauernik, unfern von Schweidnitz. Der Vortrab 7 Ba-
1) Maria Theresia IV. S. 347.
2) Stille in den ungedruckten Nachrichten I. S. 348.
3) Die Berichte über die einzelnen Gefechte und Treffen findet manbei dem flechsigen Seyfart in dessen RegicrungSgcschichte Friedrichs de»
Andern. Thl. I. Beil. 20, 2l, 51, 80—83.
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