Oesterreichs Vertrag mit Sachsen. 239
machte für deren an Oesterreich gezahlte Subsidien gegebenwerden').
Weil nun England diesen weitgehenden Entwürfen durch-aus entgegen war, auch schon selbst in Unterhandlungen mitFriedrich stand, so dachte Maria Theresia daran auch ohneEngland wenigstens den Hauptzweck, die Schwächung Preufsensdurch Sachsen zu erreichen. Sie schloß daher mit diesem sehr 1745geheim einen Vertrag folgenden Inhalts. Weil Friedrich ihre Mai.Staaten zu wiederholten Malen überzogen, verheert und Sach-sen durch Drohungen, Kricgsrüstungen und gewaltsame Durch-züge beunruhigt, ohne daß von ihm weder Genugthuung fürdas Vergangene, noch Sicherheit für die Zukunft zu erlangengewesen, so habe man sich überzeugt, daß Beides nicht zuerreichen, che nicht der furchtbare Nachbar in engere Schran-ken eingeschlossen sei. Zur Erfüllung des am 13. Mai 1744geschlossenen Vertrags und des am 8. Januar 1745 zu War-schau geschlossenen Bündnisses mit den Seemächten habendaher Maria Theresia als angegriffener Theil und Sachsenals Hülfsmacht beschlossen, die Waffen nicht eher nicderzu-legen, ehe nicht allein ganz Schlesien und Glatz wiedererobert,sondern auch der König von Prcusscn noch weiter einge-schränkt worden. Im günstigen Falle der Eroberung solldaher das Herzogthum Magdeburg mit dem Saalkreise, dasFürstenthum Crossen, der Züllichauer Kreis, die böhmischenLehen Preussens in der Lausitz und der Schwiebuscr Kreisan den Kurfürsten von Sachsen kommen, im weniger gün-stigen Falle nur der Saalkreis, Crossen, Züllichau, die Lehenin der Lausitz und Schwiebus, im ungünstigsten Falle nurdiese Länder ohne den Saalkreis ^).
Zwar blieb das Einzelne dieser Entwürfe dem Königegeheim, doch konnte ihm der Entschluß feiner Feinde, ihn zudemüthigen, nicht ganz unbekannt sein. Er hatte sich wegender geschwächten Gesundheit des Fürsten Leopold von Dessau
1) Ranke III. S. 228.
2) HsrsberZ, Hecueil äes äsäuction» 1. I. p. 28, darausMartens. Ranke III. S- 23 l giebt den 3. Mai; ob durch Druck-fehler?