Fortschritte der Oesterreicher. 269
der steuerbaren Gegenstände des platten Landes und ihrerNutzungen aus, was noch nicht 20,000 Thaler kostete. Dieösterreichische Regierung hatte das in der zehnfachen Zeit undmit mehr als zwanzigfachen Kosten nicht vollenden können').Doch unterstützten die Vorarbeiten der österreichischen Com-mission die Arbeiten der preussischen ganz ungemein und be-förderten dadurch das wichtige Unternehmen sehr. Demnachwurde die Grundsteuer oder Contribution, wie das in Schle-sien immer gewesen war, ohne Ausnahme auf alle Grundstückegelegt, sie mochten der Geistlichkeit, dem Adel, dem Bauern-stände oder als Domaincn dem Landesherrn gehören, nurwurde in dem Maßstabe der Besteuerung ein Unterschiedgemacht. Die Kontributionen der Domaincn-, Ritter- undPsarrgütcr wurde auf 28'/- vom Hundert, der Güter derBauern auf 34, der Güter der Ritterorden auf 40 und derGüter des Domcapitels und der Klöster auf 50 vom Hundertdes Ertrags angesetzt. Es betrug indessen bei den gemäßigtenAnschlägen und den später eingetretenen landwirthschaftlichenVerbesserungen, die nicht mit in Ansatz kamen, die Steuerder weltlichen Güter etwa nur ein Viertheil, die der geistli-chen Güter nur ein Drittheil des wirklichen Ertrags").
Der Adel von fünf niederschlesischcn Fürstenthümcrn wolltesteuerfrei sein; doch der König erwiederte, wo Alle gleichenSchutz hätten, müssten auch Alle gleichen Beitrag geben. Dielandesherrlichen Domainen wären der Steuer ebenfalls unter-worfen. Noch mehr widerstrebte die Geistlichkeit — jedochbei einem so kräftigen Fürsten wie Friedrich ohne allen Erfolg').Bald verstummte jeder ohnehin vergebliche Widerspruch.
Diese Grundsteuer, welche durchschnittlich eine Millionund sieben- bis achtmalhunderttauscnd Thaler betrug, versprach
1) C. G- v. Lhile, Nachricht von der kurmärkischen Contribu-tions» und Schoßeinricktung in der Vorrede. Doch übertreibt der sicher,wenn er behauptet, daß die österreichische Commission Millionen gekostet.Thile hat bei der preussischen Commission das Meiste gearbeitet.
2) Klober, von Schlesien vor und seit dem Z. 1740 Lhl. II.S. 244.
3) Ranke II. S. 409 ff., der au§ den Acten mancherlei interessanteEinzelheiten giebt.
Stenzel, Gesch. d. Preussisch. Staats. IV,
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