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4 (1851) Von 1739 bis 1756
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Ursprung des ersten schlesischen Kriegs.

auch thaten, in der Meinung, der König habe keine andereAbsicht, als Maria Theresia zu unterstützen').

Zu dem ausserordentlichen französischen Gesandten Beau-veau sagte der König bei dessen Abschiedsaudienz:Ich bin,glaube ich, im Begriffe, Ihr Spiel zu spielen. Wenn ichdie As erhalte, wollen wir theilen." An demselben Tagemachte er den österreichischen Gesandten Botta bei dessen Ab-schiedsaudienz mit dem bekannt, was der Graf Götter inWien zu fordern beauftragt sei. Botta rief erstaunt aus:Sie werden Oesterreich zu Grunde richten und sich zugleichmit."Es hängt nur von der Königin ab," erwiederteFriedrich,meine Anerbietungen anzunehmen." Der Mar-quis fasste sich und sagte ironisch:Ihre Truppen sindschön, die unsrigen nicht, allein sie haben vor dem Feindegestanden. Ich beschwöre Sie, bedenken Sie, was Sie unter-nehmen wollen." Der König wurde ungeduldig und er-widerte lebhaft:Sie finden meine Truppen schön; ich werdeSie überführen, daß sie auch gut sind." Er wollte weiterkeine Vorstellungen anhören, der Würfel sei geworfen!^)

Den alten Fürsten Leopold von Dessau, unstreitig denerfahrensten Kriegshelden seines Heers hatte der König wederbei der Berathung seiner Entwürfe, noch bei den zur Aus-führung getroffenen Maßregeln zugezogcn. Abgesehen davon,daß er ihm persönlich abgeneigt war, sah Leopold die kaiser-liche Armee als seine Schule an, war in dem großen spa-nischen Erbfolgekriege Eugens Waffengefährte und Freund ge-wesen, der Kaiser hatte seine Gemahlin, eines BürgersTochter aus Dessau, in den Reichssürstenstand erhoben, erauch, wie wir gesehen haben, am Hofe Friedrich Wilhelms!,immer die österreichische Partei ergriffen. Der König sahdaher voraus, der Fürst werde das Unternehmen auf Schlesienmißbilligen. Der alte Feldherr fühlte sich durch diese Ver-nachlässigung gekränkt. Er ließ es gelegentlich merken, daßer noch körperlich kräftig sei, doch wies ihn der König, indem

1) Schreiben eines Schlesiers vom 29. Dec. 1740 in der SchlesischenKriegs-k'E V. Beil. 5 u. 6. S. 22.

2) Histoirs äs mvn temps c. 2. p. 57,