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4 (1851) Von 1739 bis 1756
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Buch VIl. Erstes Hauptstück.

gegen es Dieser verkehrt fand, daß Prinzen, welche sich nurmit Spielereien abgäben, doch verständigen Männern befehlenwollten'). Während er vielfach Geburtsrechtc der Ständeund Familien verspottete, war er doch, wie wirschen werden,auch später, doch nur aus damals praktischen Regierungs-gründcn, für Aufrechthaltung des Adels.

Man sieht, daß er als Jüngling ohtte die nöthige Mcn-schcnkenntniß und Erfahrung sein Verhältnis zu den Freunden,zu den Menschen und der Menschheit überhaupt, dann seineAnsichten vom Staate, dessen Wesen und Zwecken, sowieden Mitteln diese zu erreichen, sehr ideal auffasste, und daßuur hin und wieder das im Leben wirklich Ausführbare sichgeltend machte. Später, bei dem Könige, musste geradedieses durchaus vorherrschen und die ideale Auffassung sich inden kleinen Kreis seiner Umgebung flüchten, welche ihm täg-lich Gesellschaft leistete.

So bildete sich der Prinz durch Lesen, Briefwechsel undden Umgang mit seinen geist- und kcnntnißreichen Freundeneifrig und vielseitig aus, wenn auch immerhin der Ernst derStudien mehrfach durch mannichfaltige Erheiterungen, Tanz,Schauspiele und Schmäuse unterbrochen und bis tief in dieNacht hinein gejubelt wurde. Da wird man sich denn wohlverstellen können, wie ihm zu Muthe war, wenn Gesellschafterschien, welche in diesen Kreis durchaus nicht passte. DerPrinz erhielt einen neuen Theil der von Suhm für ihn über-setzten Metaphysik Wolfs, und schreibt Diesem darauf (6. Mai1736):Die unangenehmsten Zwischenfälle haben sich, glaubeich, das Wort gegeben, mich am Studiren zu hindern, eineReise nach Potsdam, tägliches Exerciren und die Ankunftmeiner Brüder in Gesellschaft der Herren v. Hacke und Ritt-berg. Denken Sie sich, theuerster Diaphane, ich sehe dieseKaravane kommen, ohne an irgend etwas zu denken, unddiese Herren liegen mir auf dem Halse, verlassen mich keinenAugenblick und bringen mich in Verzweiflung, als sollte michder Teufel holen. Ein Gespräch von Wuchs, Maß und Fußenlangen Soldaten ist leicht erschöpft, und ich bin bald auf das

I) Schreiben Hilles an Grumbkow vom 28. April 1731 in För-sters Friedrich Wilhelm I. LH. m. S. 41.