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Buch VH. Erstes Hauptstück.
weise fremder Höfe und die Triebfedern der Politik der Fürstenzu erforschen; dadurch deren geheime Entwürfe zu durchdringen,Alles zu kennen, zu beurtheilen, und Allem Vorbeugen zukönnen. Bei dem schläfrigen Zustande mehrerer europäischenFürsten habe er eine Auseinandersetzung der gegenwärtigenpolitischen Lage für angemessen gehalten.
Er beginnt mit den vom Kaiser mit Frankreich im Herbst1735, mit Spanien und Sardinien im Frühjahre 1736 Unter-zeichneten Friedenspräliminarien. Der Kaiser habe den Kriegherbeigeführt, um mit Rußland verbunden August von Sachsenauf den polnischen Thron zu setzen. Zn Frankreich dagegenhabe seit Jahren der Cardinal Fleury die zerrütteten An-gelegenheiten geordnet, Finanzen und Heer in den bestenStand gesetzt, durch sein gewandtes Benehmen den Ruf einesgeachteten und friedliebenden Ministers erworben und so dasallgemeine, den Franzosen nachtheilige Vorurtheil, sie strebtennach der Universalmonarchie, zerstört, dann mit dem TodeKönig Augusts von Polen immer unter dem Scheine der Un-eigennützigkeit seine wohl überdachten Entwürfe ausgeführt,sich mit Spanien und Sardinien verbunden, einige deutscheFürsten gewonnen, die Seemächte eingeschläfert und den Kaiserangegriffen. Dieser habe dann das dem Hauptgegenstandeganz fremde Reich hineingezogen, worauf die Spanier Neapelund Sicilien, die Piemonteser und Franzosen Mailand ein-genommen und so ihr Ziel erreicht hätten, weil der Kaiseralle Maßregeln der Vorsicht für seine Länder, vorzüglich dieKriegsmacht vernachlässigte, und daher in drei Feldzügen ver-loren, was er früher in acht Kriegsjahren errungen. Nachallen Niederlagen habe doch nicht der Kaiser, sondern Frank-reich, welches anfänglich erklärt, nichts erobern zu wollen,die Hand zum Frieden geboten und Lothringen eigentlich nurangenommen als billige Entschädigung für die Kriegskostenund um das Reich von dem lästigen Besitze einer so ent-fernten Provinz zu befreien, während Spanien bei Abschlies-sung aller seiner Verträge planlos und gehässig verfahren,indem es fortwährend nur Absichten auf die italienischen Pro-vinzen gehabt; der Kaiser aber habe nicht nur Niedriger-stehende, sondern auch seines Gleichen hoffärtig behandelt,