ILO Cornelius Nepos.
und Staaten znfloßen, nie Etwas für sich behielt, und anseiner Lacedämonischen Kleidung und Lebensart nicht daS Ge-ringste änderte. Er begnügte sich mir demselben Lause, dasEnrysthenes, der Stammvater seiner Vorfahren bewohnthatte, und Wer in dasselbe trat, konnte keine Spur von Laugnach Genuß und von Ueppigkeit, dagegen viele von Genüg-samkeit und Entbehrung bemerken. Die Einrichtung dessel-ben war von der Art, daß keines Armen und PrivatmannsWohnung st» in irgend Etwas davon unterschied.
8. So freigebig die Natur gegen diesen großen Mannin Hinsicht der Verleihung geistiger Vorzüge gewesen war,so unfreundlich bedachte sie ihn in Hinsicht seiner Körperbil-dung. Sein Wuchs war klein, seine Körpergestalt unschein-bar; am einen Fuße war er lahm. Dieß machte ihn auchetwas ungestaltet, und Wer ihn, ohne ihn zu kennen, ansah,verachtete ihn, Wer aber seine Vorzüge kennen lernte, konnteihn nicht genug bewundern. Einst mußte er eine Erfahrungdavon in Aegypten machen, wohin er in einem Alter vonachzig Zähren sdem Königes Tachus zu Hülfe gekommen war.Er hatte sich am Ufer mit seinen Leuten ohne irgend einDach niedergelegt; sein Lager bestand bloS darin, daß derBoden mit Stroh bedeckt war; nur ein Fell war darauf ge-legt; alle seine Begleiter hatten sich ebendaselbst, und zwarin geringer, abgetragener Kleidung, gelagert, so daß ihrAeußeres nicht nur keinen König unter ihnen crrathen, son-dern sogar einen Mann vermuthen ließ, der sich nicht in denglücklichsten Umständen befände. Als dieNachrjcht von seinerAnkunft zu den Dienern des Königs gelangte, wurden ihmsogleich Geschenke aller Art herbeigebracht. Nach Agesilaus