104 Cornelius Nepos.
sterbend für seinen Sohn erklärt hatte. Dieser stritt mitfeinem Oheim Bgefllaus um die Ehre der köniqlicl'e» Wür-de, erreichte aber seinen Zweck nicht. Denn ans LysandcrsVorschlag, der, wie iwr oben gezeigt haben, zur Partei-Herrschsucht geneigt und damals im Besitz eines mächtigen Ein-flusses war. wurde Agesilaus ihm vorgezvgen.
2. Kaum zum Throne gelangt, suchte er die Lacedämo-nicr dahin zu bewegen, ein Heer nach Asien abzuschicken undden König zu bekriegen, indem cs ihnen bewies, daß es vor-theilhafter wäre, den Kampf in Asien, als in Europa, zuführen. Die Sage war nämlich ausgegangcn, daß Artaxer-xes Flotten und Landtrnppen in fertigen Stand setzen lasse,um fle gegen Griechenland z» schicken. Nachdem ihm derAuftrag zum Kriege a.egeben war, traf er seine Anstalten miteiner solchen Schnelligkeit, daß er mit seinen Truppen inAsien erschien, ehe noch die königlichen Satrapen davon wuß-ten, daß er sich in Marsch gesetzt habe. So traf er sie Alleungerüstet und unvorbereitet. Tissaphernes, der unter den kö-niglichen Befehlshabern die oberste Stelle cinnahm, hatte dießkaum erfahren, als er von dem Lacedämonischen Befehlsha-ber einen Waffenstillstand begehrte, vorgeblich, weil er sichbemühe, eine» Vergleich mit den Lacedämonier» zu Standezu bringen, in der That aber nur, um seine Truppen infertigen Stand zu setzen. Und wirklich erhielt er einen Waf-fenstillstand von drei Monate». B-ide Theile beschworen dieVersicherung, denselben ohne Arglist zu beobachten. Agesi-lrus blieb dem Vertrage mit der größten Redlichkeit getreu.Dagegen war Tissaphernes nur beschäftigt, sich zum Kriegezu rüsten. Der Lacedämonische Feldherr bemerkte Dieß zwar