Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
89
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Phocion. 89

che» Anklage» entgangen. Dessen ungeachtet nahm er sich,als er in Gefahr kam, seiner nicht nur nicht an, sondernopferte ihn sogar ans. Doch die Hanptnrsache seines Stur-zes war ein einziger Vorwurf, den man ihm machte. Alsihn, wahrend die höchste Gewalt im Volk in seinen Händenwar, Dercyllns") warnte, daß Nikanor, Kassanders Feld-herr, Absichten auf den Piräeus sden Hafens von Athen ha-be, und von ihm Vorsichtsmaßregeln dagegen verlangte, daßAthen seine Zufuhr von Lebensmitteln nicht verliere, gab ihmPhocion vor den Ohren des Volks zur Antwort, es sey keineGefahr vorhanden, er wolle dafür stehen. Gleichwohl be-mächtigte sich Nikanor nicht lauge darauf des Piräeus. Undals das Volk bewaffnet zusammenlief, ihn wieder zu erobern,rief er nicht nur Niemand zu den Waffen, sondern wolltesich nicht einmal an die Spitze der Bewaffneten stellen. sAthenkann diesen Hafen gar nicht entbehren.^")

z. In Athen gab es damals zwei Parteien, von denendie eine die Sache des Volks, die andere die Sache der Vor-nehmen verfocht. Unter der leytern befanden sich Phocionund Demetrius von Phalöron. Beide Parteien hatten ihreStützen in Macedonien. Die Volkefreuode waren Polysper-chon geneigt, die Vornehmen hielten es mit Kaffander. Jn-

") Anripaicr's Statthalter in Attika.

Spätere Schriftsteller stimmen mir dieser geschichtlichen An-sicht von Phocions politischem Benehme», die einen star-ken Schatten auf seinen Charakter werfen würde, nichtüberein. Die eingeschlossencn Worte sind ohne Zweifel»nacht.