Timotheus. 83
barzanes") zu Hülfe, den er mit Agefllaus unternahm. DerLacedämonische König nahm dafür baares Geld an; Timo-theus hingegen zog den Gewinn an Land und Städten fürseine Mitbürger der Annahme einer Summe vor, von wel-cher er einen Theil für sich selbst nach Hause nehmen konnte.Er »ahm daher Crithote und Sestus sStädte am HellespontP2. Als Befehlshaber der Flotte führte er einen Zug umden Peloponnes herum aus, auf welchem er Lakonien verwü-stete und die Lacedämonische Flotte schlug. Kvrcyra wurdedurch ihn wieder den Athenern unterworfen, und die Epiro-ten, Athamanen, Chavnier und alle Küstenvölker des dorti-gen Meers als Bundesgenossen gewonnen. Die Lacedämvniergaben jetzt den langen Streit auf, und räumten den Athe-nern freiwillig den Vorrang in der Seehcrrschaft ein, steschlossen Frieden mit der ausdrücklichen Bedingung, daß dieAthener die Anführer zur See von nun an seyn sollten. Die-ser Sieg veranlaßte bei den Bewohnern von Attika eine sol-che Freude, daß jetzt zum erstenmal der Friedensgöttin vomStaat Altäre errichtet und ein Pulvinar**) angeordnet wurde.Um den Ruhm davon für Timotheus zu verewigen, errichteteman ihm auf öffentliche Kosten auf dem Markt eine Ehren-sänle. Zum erstenmal in der Geschichte widerfuhr hier demSohne die Ehre, daß ihm, wie seinem Vater, das Volk
*) Einem Persische» Satrapen in Lydien") kulvinar heißt eigentlich bas Kissen, auf welches die Bild-säulen der Götter bei der ihnen in den Tempeln veranstal-teten feierlichen Mahlzeit leclisterninui) gelegt wurde.Daher diese Mahlzeit selbst, zuweilen auch Tempel,und in diesem Sinne vielleicht hier.
6 *