so
Cornelius Nepos.
der Fehler, daß Neid der Begleiter des Ruhms ist, und manDenjenigen gerne von ihrer Größe nimmt, die man höher«mporragen steht; und nicht gleichgültig steht der Arme aufdas ihm fremde Glück des Reichen hinüber. Chabrias hieltsich daher, so weit cs ihm möglich war, größtentheils ander-wärts auf. Uud er mar nicht der Einzige, der gerne vonAthen entfernt blieb: sondern so ziemlich alle Großen thatendas Nämliche; ste glaubten eben so weit von dem Neid ent-fernt zu seyn, als ste sich vor den Blicken ihrer Mitbürgerzurückzögen. So lebte Conon die meiste Zeit in Cypern,Jvhikrates in Thracien, TimothenS in Lesbos, Chares inSigenm *). Chares glich zwar diesen Männern weder an ^Thaten, noch an Charakter: doch war er zu Athen geehrtund ein Mann von Bedeutung.
4. Chabrias verlor sein Leben im Bundsgenoffenkriegund zwar auf folgende Art. Die Athener belagerten ChiosChabrias befand sich ohne Rang ans der Flotte, aber er ge-noß ein größeres Ansehen, als Alle, die eine Stelle bekleide-ten, und die Soldaten sahen mehr auf ihn, als auf ihre Be-fehlshaber. Eben dieß führte seinen frühen Tod herbei. In-dem er, begierig, der Erste zu seyn, der in den Hafen ein-dränge, dem Steuermann befahl, dem Schiff die Richtung
Lesbos, eine große Insel, nahe an der Küste von Klein-asien; Sigcum, Stadt und Vorgebirge von Troas, gleich-falls in Kleinasien.
Diesen Krieg führten die Athener drei Jahre lang mit ih-ren abgefallenen Bundesgenossen. S. oben.
***) Insel an der Küste von Kleinasien, unter dem NamenScio in der neueste» Zeit durch ihr tragisches Schicksalberübmt.