Chabrias. 7S
nach eigenem Entschluß. Er zog nämlich Nectanabis zuHülfe, und befestigte ihm wieder seinen Thron. Das Näm-liche that er in Cypern; doch war ihm hier von der Atheni-schen Regierung Evagoras zur Hülfe beigegeben. Er verließauch die Insel nicht eher, als bis er sie durch Krieg ganzunterworfen hatte. Die Athener ernteten vou dieser Unter-nehmung großen Ruhm ein. Inzwischen entspann sich derKrieg zwischen Aegypten und Persien. Die Athener hieltenes mit Artaxerxes, die Lacedämonier mit den Aegyptern,eine Verbindung, aus welcher ihr König Agesilans großenGewinn zog. Als Chabrias, der in keiner Sache AgesilauSnachstchen wollte, dies; sah, zog er aus eigenem EntschlußAegypten zu Hülfe und befehligte die Aegyptische Flotte,während Agesilans an der Spitze der Landtruppen stand.
z. Die Feldherren des Königs von Persien schicktennun Gesandte nach Athen, um sich darüber zu beschweren.Laß Chabrias auf der Seite der Aegyptier gegen den KönigKrieg führe. Die Athener setzten Chabrias einen Termin,auf den er sich in sein Vaterland zurückbegebcn sollte, widri-genfalls sie ihn zum Tode verurtheilen würden. Ans dieseNachricht kehrte er nach Athen zurück, blieb jedoch nichtlänger daselbst, als er mußte. Nicht gerne sah er sich denBlicken seiner Mitbürger ausgesetzt, da er auf einem glän-zenden Fuße lebte, und sich seinen Neigungen zu sehr hin-gab, als daß er dem Neide seiner Mitbürger hätte entgehenkönnen. Denn es ist in großen und freien Staaten allgemein
*) Sohn oder Neffe des Aegyptische» Königs Tachns, welche»er vom Throne verdrängt hatte.