Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
61
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Alcibiades. 61

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weiblichen Kleid, und verbrannte seinen Leichnam auf demflammenden Hause, das zum Untergange des Lebenden ange-zündet worden war. So flarb Alcibiades ungefähr im vier-zigsten Jahre seines Lebens.

11. Mehrere Schriftsteller haben diesen Mann sehr nach-theilig geschildert, aber drei der bedeutendsten Geschichtschrei-ber haben ihm die größten Lobsprüche ertheilt, Thucydides,sein Zeitgenosse, Theopvmpus, der einige Zeit nach ihm ge-boren wurde, und Timäus. Sonderbar ist es, daß die bei-den Letzter», so geneigt sie sonst sind, den Menschen Schlim-mes nachznsagen, in dem Lobe dieses Mannes allein sich ver-einigen. Sie geben nämlich nicht nur meine obige Schilde-rung von ihm, sondern sie setzen auch noch Folgendes hinzu :Geboren in Athen, dieser glanzvollen Stadt, sey er auchim Glanze der Lebensweise und im äußern Anstande der ersteAthener gewesen. Als er, vertrieben von da, nach Thebengekommen, habe er sich auf die Lieblingsbeschäftigungen derEinwohner so gelegt, daß Keiner in Ansdauer und Körper-kraft sich mit Ihm habe messen können. Die Böotier näm-lich legen sich Alle mehr auf die Ausbildung ihrer Körper-kraft, als auf die Schärfung der Geisteskraft. In Lacedä-mon, wo die Landessitte der Ausdauer den größten Werthbeilegt, habe er sich in der Rauhigkeit der Lebensart so geübt,daß er in der Sparsamkeit der Nahrung und des Aeußernalle Spartaner übertroffen. Er sey bei den Thraciern gewe-sen, einer Nation, die den Trunk liebt und der Wollust er-geben ist; auch Diesen habe er es hierin zuvorgethan. Er seyzu den Persern gekommen, bei welchen es einer der größten