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Cornelius Nepos
ne» sich überall gleich entwickelt. Den» wie bei unseremVolke die Ehrenbezeugungen ehemals selten und einfach, undeben deshalb ruhmbringend waren, jetzt aber verschwenderischund nicht mehr geachtet sind: so finden wir dies; auch in derGeschichte der Athener. Miltiades, dem Manne, der Aihcnund ganz Griechenland befreit hatte, wurde folgende Ehren-bezeugung erwiesen: in der Halle, diePoküe*) heißt, wurdedie Schlackt bei Marathon in einem Gemälde dargesiellt,aus welchem des Miltiades Bildniß als Hauptfigur unter dengehn Befeblshabern siand, wie er die Soldaten ausmunterteund die Schlackt anfing. Eben dieses Volk ließ, als seineMacht sich erweitert und sein Charakter durch die Bestechun-gen der obrigkeitlichen Personen sich verschlimmert hatte, demDemetrius von Pbaleron dreihundert Ehrcnsäulen setzen.
7. Nach dieser Schlacht übertrugen die Athener demMiltiades abermals den Befehl über eine Flotte von siebzigSchiffen, um die Inseln, die den Barbaren behülflich gewe-sen waren, zu züchtigen. Au der Spitze dieser kriegerischenUnternehmung »öthigte er auch die Meisten, zum Gehorsamzurückzukehren: einige eroberte er mit Gewalt. Eine dieserInseln war Paros. Stolz auf ihren Reichtbum, ließ sie sichdurch Ueberredung nicht wieder gewinnen. Miltiades schifftedaher seine Truppen aus, schloß die Stadt mit Belagernngs-werken ein und schnitt ihr alle Zufuhr ab: hierauf ließ erSturm- und Schilddächer errichten und nickte damit näheran die Mauern. Schon war er im Begriffe, sich der Stadt
*) Die bunte, von ihren Gemälden so genannt. Sie warnämlich mit einer Reihe von Bildern des großen MeistersPolygnotus geschmückt.