Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

20

Cornelius NcpoS.

würde ihre Unternehiming glücklich seyn." Auf diesen Spruchdes Orakels segelte Miltiades mit einer auserlesenen Mann-schaft nach dem Chersones ab. Als er vor Lemnos O kam,wünschte er, das; die Bewohner dieser Insel sich den Athenernunterwerfen und forderte sie auf, dieß freiwillig zu thu».Allein mit Hohn erwiedertcn Diese:es sollte geschehen, so-bald er mit dem Wind Aguilo zu Schiffe von Hause nachLemnos käme." Dieser Wind nämlich weht aus Norden undist Denen, welche von Athen dahin reisen, entgegen. Miltia-des hatte keine Zeit, sich anfzuhalteu; er segelte also weiterdem Orte seiner Bestimmung zu und kam so im Cherso-nes an.

2. Hier hatte er bald das Heer der Barbaren verjagt,und sich in Besitz des ganzen Landes, das der Zweck seinerUnternehmung gewesen war, gesetzt. Er befestigte einige hie-zu geschickte Vertheidignugspnukte, verlegte seine Truppen in'sLand und bereicherte sie durch häufige Strcif;üge. Dabei lei-tete ihn Klugheit eben sowohl, als das Glück. Alü er näm-lich durch die Tapferkeit seiner Soldaten das feindliche Heervöllig bestegt hatte, setzte er nach den Grundsätzen der höch-sten Billigkeit die Einrichtungen des Landes fest, und be-schlos;, selbst hier zu bleiben. Ec stand bei seinen Unterge-benen im Ansehen eines Königs, ob er gleich den Titel nichthatte. Dieses Ansehen hatte er eben sowohl durch seine Ge-rechtigkeit, als durch seine Feldherrngewalt erhalten. Nickisdesto weniger war er bemüht, anch ans der Ferne den Athe-isten, wie de»» Herodot überhaupt manche Umstände, diein dieser Lebensgeschichte Vorkommen, anders erzählt.

*) Sine Insel des Griechischen Archipel'S.