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Anmerkungen zum zweiten Bande.
zunchmen oder zu bezweifeln überlassen." ..ES ist, seht Ticck hinzu, für dieEmpfindung am meisten verletzend, daß die Hauptperson sich am Ende als dieTochter des Kaisers ausweist. Dadurch wird der so edle Schmerz, die Liebe dcöVaters und sein Charakter selbst zu selir in den Schatten geruckt, daS Haupt-Verhältnis!, welches das wunderbare Mährchcn Zusammenhalten soll, wird un-poetisch und widerwärtig. Vielleicht ließe es sich von einer geschickten Hand da-hin abändcrn, daß Kälhchen die Enkelin des alten Waffenschmieds ist; seine ein-zige schone Tochter ist an der Geburt des Kindes gestorben; sie hat ihm keinenähere Bestimmung über ihren Verführer oder unbekannten Geliebten gebenkönnen; nnr eine sonderbare Münze, die sie vom Unbekannten selbst erhaltenhat, um sich dadurch einst kenntlich zu machen, erbt der Vater von der Sterben-den. Kriege, Bedrängnisse, Begebenheiten in der eigenen Familie entferntenAlles aus dem Gedächtnis! des Kaisers. Theobald, der das Andenken seinerTochter nicht will geschmäht sebn, entfernt sich mit dem neugcborncn Kinde undsiedelt sich in einer entlegenen Gegend an. wo er für den Vater des Mädchensgilt. In der heftigen Klage vor dem Kaiser verrälh er sich in der Leidenschaft,und die Entdeckung geht vor sich. Eben so schwierig ist es aber, den Aberglau-ben. der durch die Verwirklichung keiner sein soll, zu veredeln oder ihn über-flüssig zu machen." Dieser glückliche Einfall hat Eduard Dcvrient 1852zu einer neuen Bearbeitung des Stücks veranlaßt; gleichzeitig sind zwei andereerschienen, von H. Laube und F. Wehl.
S. 121. „Der Ruf dreimal mit dem Griff des Gerichtsschwcrtö" — mitAuslassung des dazu gehörigen Participiums.
S. 128. „Geführt vom Strahl seines Angesichts, fünfdrähtig wie einTau um ihre Seele gelegt;" gehört zu den bazardirtcsten Bildern des Dichters.
S. 153. Der ganze Monolog ist schwülstig und fällt aus dem Charakter.„Die, deren junge Seele von wollüstiger Schönheit gänzlich triefte" u. s. w. —„Meine Stimme will ich wie einen schönen Tänzer durch alle Beugun-gen hindurch führen" u. s. w. — „Das reiche Kapitel, daS die Ueberschriftführt: Empfindung" — der Rcichsgraf aus den Zeiten der Vehme!
S. 158. Das Gesicht „in der Scheide tragen" wie einen Degen. — WaSdie Kreide auf „der Scheitel" Kunigundens bedeuten soll, weiß ich nicht.
S. 173. „Wie nenn' ich das!" u. s. w. — Die Eonstruction ist nichtganz klar.
S. 19N. „Oder suchen wo dir eine Flucht blüht!" — Noch einigemalefällt Kleist in diesem Stück so aus dem Ton.
S. 228.— Diese höchst prosaisch nüchterne Vorbereitung der folgendenhöchst poetischen Scene giebt sich deutlich als eine Anlcimung zu erkennen. —