Der Engel am Grabe des Herrn.
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Denn er, versprochen halt' er ihnen,
Er werd' am dritten Tage anferstehn.
Da nun die Frau'n, die gläubigen, sich nahtenDer Grabeshöhle: was erblickten sie?
Die Hüter, die das Grab bewachen sollten,
Gestürzt, das Angesicht in Staub,
Wie Todte um den Felsen lagen sie;
Der Stein war weit hinweggewälzt vom Eingang;
Und auf dem Rande saß, daS Fliigelpaar noch regend.Ein Engel, wie der Blitz erscheint,
Und sein Gewand so weiß wie junger Schnee.
Da stürzten sie, wie Leichen, selbst getroffenZu Boden hin und fühlten sich wie Staub,
Und meinten gleich im Glanze zu vergehn:
Doch er, er sprach, der Cherub: Fürchtet nicht!
Ihr suchet Jesum, den Gekreuzigten —
Der aber ist nicht hier, er ist erstanden:
Kommt her, und schaut die öde Stätte an.
Und fuhr, als sie mit hocherholmen HändenSprachlos die Grabesstättc leer erschaut,
In seiner hehren Milde also fort:
Geht hin, ihr Frau'n, und kündigt es nunmehrDen Jüngern an, die er sich auserkoren,
Daß sie es allen Erdenvölkern lehren,
Und thnn also, wie er gethan; — und schwand.
Januar 1SV8.