Druckschrift 
3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
Entstehung
Seite
364
Einzelbild herunterladen
 

364

Die beiden Tauben.

Dies Wort bewegte einen AugenblickDen raschen Vorsatz nnserS jungen Thoren;

Doch die Begierde trug, die Welt zu sehn,

Und das nnrnh'ge Herz den Sieg davon.

Er sagte: Weine nicht! zwei kurze MondenBefriedigen jedweden Wunsch in nur.

Ich kehre wieder, Liebchen, um ein Kleines,Jedwedes Abentheuer, Zug vor Zug,

DaS mir begegnete, dir mitzntheilen:

Es wird dich unterhalten, glaube mir!

Ach, wer nichts sieht, kann wenig auch erzählen.Hier, wird es heißen, war ich; dies erlebt' ich;

Dort auch hat mich die Reise hingesührt:

Und du, im süßen Wahnsinn der Gedanken,

Ein Zeuge dessen wähnen wirst du dich.

Kurz, dies und mehr des Trostes zart erfindend,Küßt er, und unterdrückt was sich im Herzen regtDes Täubchens, das die Flügel niederhängt,

Und fleucht.

Und ans des Horizontes TiefeSteigt mitternächtliches Gewölk empor,Gewitterregen häufig niedersendend.

Ergrimmte Winde brechen los: der TauberKreucht nnter'n ersten Strauch, der sich ihm Lent.Und während er, von stiller Oed' umranscht,

Die Flut von den durchweichten Federn schüttelt.Die strömende, und seufzend um sich blickt,

Denkt er nach Wandrerart, sich zu zerstrcnn,

Des blonden Täubchens heim, das er verließ.

Und sieht erst jetzt, wie es dein: Abschied schweigendDas Köpfchen nicderhing, die Flügel senkte,