Druckschrift 
3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
Entstehung
Seite
347
Einzelbild herunterladen
 

An Wilhelminc.

347

Sich auf des Felsens Gipfel schwingen, sichHinab in tiefer Schlünde Absturz stürzen,

Bis in der Wildniß düstrer MitternachtEr kraftlos neben seine Beute sinkt.

Der Schwalbe Nest hängt an des Knaben Hütte,

Allein die leichte Beute reizt ihn nicht:

Er will des Adlers königliche Brut,

Die in der Eiche hohem Wipfel thront!

Denn das Erworb'nc, wär's mit einem Tropfen SchweißAuch nur erworben, ist uns mehr als dasGefund'ne Werth. Den wir mit nnsers LebensGefahr erretteten, der ist uns thener,

So wie dein Araber der thcuer ist,

Dem er ein Stück von seinem Brode gab.

Am Ufer glänzt die Helle PerleumutterUnd des Agat's buntfarbiges Gestein;

Allein der Perlenfischer achtet

Nicht was die Erde bietet, stürzt

Sich lieber in des Meeres Wogen, senkt

Sich nieder in die dunkle Tiefe und

Kehrt stolzer als der Bergmann mit dem Golde,

Mit einer Auster blassem Schein zurück.

Den Bergmann soll die Wünschelrnthe nichtMit blindem Glück an goldne Schätze führen,

Er soll durch Erd' und Stein sich einen WegBis zu des Erzes edlem Gange bahnen,

Damit er an dem Körnchen Gold, das er

Mit Schweiß erwarb, sich mehr als an dem Schatz,

Den ihm die Wünschelrnthe zeigt, erfreue.