346
An Wilhilminc.
Weit noch ist, die vorliegt, die Bah»; und mit Wasser, o Phöbus,Was du den Rossen auch gicbst, kochst du zuletzt doch wie wir.Dich auch seh' ich noch schrittwcis einher die Prustenden führen,Und nicht immer, beim Zeus, sticht sie der Haber wie heut'.
An Wilhelmine.
Nicht aus des Herzens bloßem Wunsche keimtDes Glückes schöne Götterpflanze auf.
Der Mensch soll mit der Mühe Pflugschaar sichDes Schicksals harten Boden öffnen, sollDes Glückes Erntctag sich selbst bereiten,
Und Thaten in die offnen Furchen streun.
Er soll des Glückes heil'gen Tempel sichNicht mit HermeoS' CaduceuS öffnen,
Nicht wie ein Nabob seinen trägen ArmNach der Erfüllung jedes Wunsches strecken.
Er soll mit Etwas den Genuß erkaufen,
WLr's auch mit des Genusses Sehnsucht nur.
Nicht vor den Bogen tritt der Hirsch und wendetDie Scheibe seiner Brust dein Pfeile zu.
Der Jager muß in Feld und Wald ihn suchen,Wenn er daheim mit Beute kehren will.
Er muß mit jedeni Halme sich berathen,
Ob er des Hirsches leichte Schenkel trug,
An jedes Baums cntreiftem Aste prüfen,
Ob ihn sein königlich Geweih berührt.
Er muß die Spur durch Thal und Berg verfolgen,Sich rastlos durch des Moors Gestrüppe drehn,