Druckschrift 
3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
Entstehung
Seite
299
Einzelbild herunterladen
 

Der Zweikampf.

299

baren Rettung wankten, durch den Kreis des in Ehrfurcht und Er-staunen ausweichenden Volks zu ihm herantrat. Er küßte beiden,die vor ihm niederknieeten, die Stirn; und nachdem er sich den Her-melin, den seine Gemahlin trug, erbeten, und ihn Littegarden umdie Schultern gehängt hatte, nahm er vor den Augen aller versam-melten Ritter ihren Arm, in der Absicht sie selbst in die Gemächerseines kaiserlichen Schlosses zu führen. Er wandte sich, während derKämmerer gleichfalls statt des Sünderkleids, das ihn deckte, mit Fe-dcrhnt und ritterlichem Mantel geschmückt ward, gegen den auf derBahre jammervoll sich walzenden Grafen zurück, und von einemGefühl des Mitleidcns bewegt, da derselbe sich doch in den Zwei-kampf, der ihn zu Grunde gerichtet, nicht eben auf frevelhafte undgotteslästerliche Weise eingelassen hatte, fragte er den ihm zur Seitestehenden Arzt, ob keine Rettung für den Unglücklichen sei. Ver-gebens! antwortete Jacob der Rothbart, indem er sich unter schreck-lichen Zuckungen auf den Schooß seines Arztes stützte, und ich habeden Tod, den ich erleide, verdient. Denn wißt, weil mich doch derArm der weltlichen Gerechtigkeit nicht mehr ereilen wird, ich bin derMörder meines Bruders, des edeln Herzogs Wilhelm von Breysach;der Böscwicht, der ihn mit dem Pfeil aus meiner Rüstkammer nie-derwarf, war sechs Wochen vorher zu dieser That, die mir die Kroneverschaffen sollte, von mir gedungen! Bei dieser Erklärung sanker ans die Bahre zurück und hauchte seine schwarze Seele ans. Ha,die Ahndung meines Gemahls, des Herzogs selbst! rief die an derSeite des Kaisers stehende Regcntin, die sich gleichfalls vom Altandes Schlosses herab, im Gefolge der Kaiserin auf den Schloßplatzbegeben hatte, mir noch im Augenblick des Todes mit gebrochenenWorten, die ich damals nur unvollkommen verstand, kund gethan!Der Kaiser versetzte in Entrüstung: so soll der Arm der Gerechtig-keit noch deine Leiche ereilen! nehmt ihn, rief er, indem er sich um-kehrtc, den Häschern zu, und übergebt ihn gleich, gerichtet wie er ist,