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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Der Zweikampf.

offner Brust und aufgelöstem Haar, von dem Stroh, das ihr nn-tergeschüttet war, erhob und statt des Thnrmwächters, den sie er-wartete, den Kämmerer, ihren edlen und vortrefflichen Freund, mitmanchen Spuren der ausgestandencn Leiden, eine wehmiithige undrührende Erscheinung, an Bertha'S und Kunigundens Arm bei sichcintretcn sah. Hinweg! rief sic, indem sic sich mit dem Ausdruckder Verzweiflung rückwärts auf die Decken ihres Lagers znrückwarf,und die Hände vor ihr Antlitz drückte: wenn dir ein Funken vonMitleid im Busen glimmt, hinweg! Wie, meine thcuerste Litte-garde? versetzte Herr Friedrich. Er stellte sich ihr, gestützt auf seineMutter, zur Seite, und neigte sich in unaussprechlicher Rührungüber sie, um ihre Hand zu ergreifen. Hinweg! rief sie, mehrereSchritt weit ans Knieen vor ihm ans dem Stroh zurückbebend: wennich nicht wahnsinnig werden soll, so berühre mich nicht! Du bist mirein Gräuel; lodekndes Feuer ist mir minder schrecklich als du!Ich dir ein Gräuel? versetzte Herr Friedrich betroffen. Womit, meineedelmüthige Littegarde, hat dein Friedrich diesen Empfang verdient? Bei diesen Worten setzte ihm Kunigunde ans den Wink der Mut-ter einen Stuhl hin, und lud ihn, schwach wie er war, ein, sichdarauf zu setzen. O Jesus! rief jene, indem sie sich in der entsetz-lichsten Angst das Antlitz ganz auf den Boden gestreckt, vor ihmnicderwarf: räume das Zimmer, mein Geliebter, und verlaß mich!Ich umfasse in heißer Inbrunst deine Kniee, ich wasche deine Füßemit meinen Thränen, ich flehe dich, wie ein Wurm vor dir imStaube gekrümmt, um die einzige Erbarmnng au: räume, mein Herrund Gebieter, räume mir das Zimmer, räume es augenblicklich undverlaß mich! Herr Friedrich stand durch und durch erschüttert vorihr da. Ist dir mein Anblick so unerfreulich Littegarde? fragte er,indem er ernst auf sie niederschante. Entsetzlich, unerträglich, ver-nichtend! antwortete Littegarde, ihr Gesicht mit verzweiflungsvoll vor-gestützten Händen ganz zwischen die Sohlen seiner Füße bergend.