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3 (1859) Erzählungen; Robert Guiskard; Gedichte, Epigramme etc.; Anhang
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Das Vettctweib von Locarno.

sicherte, daß es mit dem Spuk seine Nichtigkeit habe: so erschrak sie,wie sie in ihrem Leben nicht gcthan, und bat ihn, bevor er die Sacheverlauten ließe, sie noch einmal in ihrer Gesellschaft einer kaltblüti-gen Prüfung zu unterwerfen. Sie hörten aber sammt einem treuenBedienten, den sie mitgenommen hatten, in der That in der nächstenNacht dasselbe unbegreifliche gespensterartige Geräusch; und nur derdringende Wunsch, das Schloß, es koste was es wolle, los zu wer-den, vcrmogte sic, das Entsetzen, das sic ergriff, in Gegenwart ihresDieners zu unterdrücken und dem Vorfall irgend eine gleichgültigeund zufällige Ursache, die sich entdecken lassen iniisse, untcrznschieben.Am Abend des dritten Tages, da beide, um der Sache auf denGrund zu kommen, mit Herzklopfen wieder die Treppe zu dem Frem-denzimmer bestiegen, fand sich zufällig der Haushund, den »IM vonder Kette losgelassen hatte, vor der Thür desselben ein; dergestalt,daß beide, ohne sich bestimmt zu erklären, vielleicht in der unwill-kührlichen Absicht außer sich selbst noch etwas Drittes, Lebendigesbei sich zu haben, den Hund mit sich in das Zimmer nahmen. DasEhepaar, zwei Lichter auf dem Tisch, die Marquise unausgczogen,der Marchese Degen und Pistolen, die er aus dem Schrank genom-men, neben sich, setzen sich gegen eilf Uhr jeder auf sein Bett; undwährend sic sich mit Gesprächen, so gut sie vermögen, zu unterhal-ten suchen, legt sich der Hund, Kopf und Beine zusammengckauert,in der Mitte des Zimmers nieder und schläft ein. Drauf in demAugenblick der Mitternacht läßt sich das entsetzliche Geräusch wiederhören; jemand, den kein Mensch mit Augen sehen kann, hebt sichans Krücken im Zimmerwinkcl empor; man hört das Stroh, dasunter ihm rauscht; und mit dem ersten Schritt: tapp! tapp! er-wacht der Hund, hebt sich plötzlich die Ohren spitzend, vom Bodenempor, und knurrend und bellend, grad als ob ein Mensch auf ihneingeschrittcn käme, rückwärts gegen den Ofen weicht er ans. Beidiesem Anblick stürzt die Marquise mit sträubenden Haaren ans dem